Saudi-Arabien gründet maritime Koalition gegen Huthi-Angriffe im Roten Meer
14 Länder bekräftigen ihre Teilnahme an dem von Riad geführten Bündnis zum Schutz der Schifffahrt und Energieversorgung.

Saudi-Arabien hat die Bildung einer multinationalen maritimen Verteidigungskoalition zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer angekündigt. Riad war am Donnerstag Gastgeber eines Treffens von 43 Ländern sowie der EU, um die Pläne für das neue Bündnis zu erörtern. Nach dem Treffen bekräftigten 14 Länder ihre Zusage zur Koalition, darunter Pakistan, die Türkei, Ägypten, der Sudan sowie weitere arabische und afrikanische Staaten.
Das Bündnis soll laut einer gemeinsamen Stellungnahme der 14 Teilnehmerstaaten „die maritime Sicherheit erhöhen, die Freiheit der Schifffahrt schützen, internationale Handelsrouten und Energieversorgungswege sichern sowie gemeinsame maritime Interessen in der Meerenge von Bab al-Mandab, dem Roten Meer und dem Golf von Aden schützen". Die Koalition wird unter der Führung Saudi-Arabiens stehen und ihren Hauptsitz in Riad haben. Die teilnehmenden Länder vereinbarten zudem den Austausch von Geheimdienstinformationen sowie die Durchführung gemeinsamer maritimer Operationen und Übungen.
Huthi-Bedrohung als unmittelbarer Auslöser
Hintergrund der Initiative sind die wiederholten Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer. Die dem Iran nahestehende Gruppe hatte Anfang des Monats angekündigt, eine „Seeblockade" gegen das Königreich zu verhängen, nachdem ein vierjähriger Waffenstillstand zwischen den beiden Seiten gescheitert war. Obwohl die Koalition als „rein defensiver Natur" beschrieben wird und sich „gegen keinen Staat richtet", unterstreicht der Zeitpunkt die wachsende Besorgnis Saudi-Arabiens über die Sicherheitslage.
Das Rote Meer ist für Saudi-Arabien von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung. Da der Iran-Krieg die Straße von Hormus faktisch geschlossen hat, ist das Rote Meer zum wichtigsten Auslass für die Energieexporte des Königreichs geworden. Rohöl aus der ölreichen Ostprovinz wird zum Hafen von Yanbu am Roten Meer transportiert und dort auf Tanker für weltweite Kunden verladen.
Nachdem die Huthi saudi-arabische Öltanker im Roten Meer angegriffen hatten, reagierte das Königreich mit Luftangriffen auf Einrichtungen im Hafen von al-Hudaida, die es als militärische Anlagen bezeichnete, welche zur Bedrohung der Handelsschifffahrt genutzt würden. Die Eskalation verdeutlicht, wie ernst Riad die Bedrohung seiner Energieexportinfrastruktur nimmt.
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Zur AktienanalyseBemerkenswert ist, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman dem Treffen fernblieben. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte jedoch, die Tür stehe für weitere Länder, die der Koalition beitreten wollen, weiterhin offen.
Die neue Initiative reiht sich in bestehende internationale Bemühungen zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer ein. Die USA hatten bereits die „Operation Prosperity Guardian" gestartet, um Huthi-Angriffe abzuschrecken. Die EU folgte 2024 mit der „Operation Aspides" als eigenem Schutzprogramm für die Handelsschifffahrt in der Region. Die saudi-arabisch geführte Koalition stellt nun einen weiteren regionalen Pfeiler dieser Sicherheitsarchitektur dar und signalisiert, dass das Königreich die Verantwortung für die Sicherheit seiner eigenen Exportrouten stärker selbst in die Hand nehmen will.

