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Savannah Resources nimmt Lithiumarbeiten in Portugal nach Gerichtsstopp wieder auf

Nach dreiwöchiger Unterbrechung durch eine einstweilige Verfügung darf Savannah Resources am größten Lithiumvorkommen Europas weiterarbeiten.

Savannah Resources nimmt Lithiumarbeiten in Portugal nach Gerichtsstopp wieder auf

Das an der Londoner Börse notierte Unternehmen Savannah Resources nimmt die Arbeiten an seinem Lithiumprojekt im Norden Portugals wieder auf. Eine dreiwöchige Suspendierung wurde aufgehoben, nachdem die portugiesische Regierung das Vorhaben als von nationaler und europäischer Bedeutung eingestuft hatte. Auslöser der Unterbrechung war eine gerichtliche Verfügung, die am 9. Juni in Kraft getreten war.

Das Projekt dreht sich um die Barroso-Lagerstätte im Norden Portugals, die Spodumen enthält – ein lithiumhaltiges Mineral, das für die Produktion von Batterien und damit für die Energiewende von zentraler Bedeutung ist. Die bekannten Ressourcen übersteigen bereits 39 Millionen Tonnen, was die Lagerstätte zum größten Lithiumvorkommen Europas macht. Potenzielle Erweiterungen von 35 bis 62 Millionen Tonnen könnten die Gesamtressourcen auf über 100 Millionen Tonnen anwachsen lassen.

Jahrzehntelanger Widerstand und rechtliche Anfechtungen

Das Projekt sieht sich seit fast einem Jahrzehnt öffentlichem Widerstand und zahlreichen rechtlichen Anfechtungen gegenüber. Die jüngste einstweilige Verfügung wurde vom Verwaltungs- und Finanzgericht von Mirandela erlassen. Eingereicht hatte sie die Versammlung der gemeinschaftlichen Landbesitzer von Barroso, nachdem eine zweite Verwaltungsdienstbarkeit Savannah den Zugang zu gemeinschaftlichem und privatem Land für geotechnische Arbeiten gewährt hatte.

In ihrer Stellungnahme gegenüber dem Gericht argumentierte die portugiesische Regierung unmissverständlich: Die Aussetzung könnte dem öffentlichen Interesse ernsthaften Schaden zufügen, ein Projekt von anerkannter nationaler und europäischer strategischer Bedeutung verzögern und die Energiewende gefährden. Diese klare Positionierung der Regierung zugunsten des Projekts war letztlich ausschlaggebend für die Aufhebung der Suspendierung.

Nach der Aufhebung der Verfügung erklärte Savannah, dass das Unternehmen die Feldarbeiten umgehend wieder aufnehmen und die Arbeiten wie geplant abschließen werde. Gegen die Aufhebung der Verfügung besteht kein gesetzliches Berufungsrecht. Dennoch ist es möglich, dass Projektgegner weitere rechtliche Schritte einleiten werden, da der Widerstand in der Region seit Jahren anhält.

Investitionsentscheidung und Produktionsstart geplant

Für Investoren und den europäischen Rohstoffmarkt sind die weiteren Meilensteine des Projekts besonders relevant. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird bis Ende des Jahres erwartet. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die erste Lithiumproduktion soll 2028 anlaufen. Sollten die potenziellen Erweiterungen der Lagerstätte realisiert werden, könnte die prognostizierte Lebensdauer der Mine auf mehr als 50 Jahre mehr als verdoppelt werden.

Das Barroso-Projekt steht exemplarisch für die Spannungen, die in Europa zwischen dem Bedarf an heimischen Rohstoffen für die Energiewende und lokalem Widerstand gegen Bergbauprojekte entstehen. Die EU hat Lithium als kritischen Rohstoff eingestuft und treibt mit dem Critical Raw Materials Act die Erschließung eigener Vorkommen voran, um die Abhängigkeit von Importen – insbesondere aus China – zu reduzieren. Portugal verfügt über bedeutende Lithiumreserven und gilt als Schlüsselland für die europäische Rohstoffstrategie.

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