Schaeffler setzt auf Wachstum und Kostensenkung
Elektrovorstand Stierle warnt vor chinesischer Konkurrenz und fordert bessere Bedingungen in Deutschland

Schaeffler-Elektrovorstand Thomas Stierle sieht sein Unternehmen auf einem klaren Wachstumspfad, betont jedoch, dass der Weg zur angestrebten Marktführerschaft in der Antriebstechnologie noch Jahre dauern werde. Vorrangig gehe es darum, profitabel zu arbeiten und Kostenführer zu werden. Wachstum sei der entscheidende Hebel, um dieses Ziel zu erreichen. Der positive Auftragsbestand lasse erwarten, dass Schaeffler stärker wachsen werde, als es das derzeitige Geschäft vermuten lasse.
Ein zentrales Augenmerk legt Stierle auf die Kostensenkung. Aufgrund der schwankenden Nachfrage und geringerer Margen stehe die Division unter Druck. Deshalb konzentriere er die Innovationskraft auf Standardisierung, Plattformstrategien und Synergien, die sich aus dem Zusammenschluss von Schaeffler und Vitesco ergeben hätten. Erste Vorteile seien bereits spürbar, in den kommenden Jahren werde dieser Effekt jedoch noch deutlicher zutage treten. Virtuelles Testen und Designen solle Entwicklungsprozesse beschleunigen, während die Produktivität insgesamt gesteigert werde.
In der Sparte E-Mobility verzeichne Schaeffler ein breites Wachstum über sämtliche Produktkategorien, besonders bei elektrischen Achsantrieben. Acht neue Produktionsanläufe seien im laufenden Jahr bereits erfolgreich abgeschlossen worden, mehr als zehn weitere würden folgen. Einen erheblichen Anteil am Auftragseingang habe der chinesische Markt, aus dem fast die Hälfte der Bestellungen stamme. Rund 80 Prozent dieser Aufträge kämen von chinesischen Autobauern.
Angesichts des harten Wettbewerbs in China betonte Stierle die Bedeutung von Flexibilität. Durch Standardisierung könnten Entwicklungs- und Produktionskosten auf andere Projekte übertragen werden, falls Kunden ausfielen. Zudem prüfe man genau die Stabilität der jeweiligen Partner. Besonders stolz sei er darauf, dass Schaeffler an sieben der zehn führenden chinesischen Hersteller im Bereich Elektromobilität liefere und bei neun von zehn Ausschreibungen erfolgreich gewesen sei.
Die Attraktivität von Schaeffler für chinesische Kunden liege laut Stierle in der Wettbewerbsfähigkeit und der globalen Präsenz des Unternehmens. Viele Hersteller verfolgten Exportstrategien, was Schaeffler ebenfalls zugutekomme. Entwicklungen in China würden nicht nur für den lokalen Markt, sondern auch für internationale Märkte vorgenommen. Gleichzeitig räumte Stierle ein, dass sich das Gewicht der Automobilindustrie zunehmend nach China verlagere, was für den Standort Deutschland eine Herausforderung darstelle.
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Zur AktienanalyseMit Blick auf die Zukunft forderte Stierle bessere Rahmenbedingungen in Deutschland. Bezahlbare Energiepreise, weniger Bürokratie und mehr Handlungsspielräume seien nötig, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Zudem müsse ein gesellschaftlicher Impuls hin zu mehr Leistungsbereitschaft erfolgen. Ohne diesen Wandel werde es schwer, den globalen Wettbewerb zu bestehen.


