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Schlechteste Erdbeerernte seit 30 Jahren

Starker Regen und schrumpfende Anbauflächen verursachen massive Ernteausfälle.

Schlechteste Erdbeerernte seit 30 Jahren

Starker Regen hat in vielen Teilen Deutschlands zu erheblichen Ausfällen bei der Erdbeerernte geführt. Darüber hinaus sind die Anbauflächen des beliebten Obstes in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Die Erdbeerernte in diesem Jahr wird nach ersten Einschätzungen so schlecht ausfallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts rechnen die Betriebe mit einer Freilandernte von rund 70.000 Tonnen. Dies wäre die schlechteste Ernte seit 1995. Bereits im Vorjahr war die Erdbeerernte in Deutschland schwach ausgefallen, und nun wurden nochmals 24 Prozent weniger geerntet.

Die Gründe für die Ernteausfälle bei den Erdbeeren sind aus Sicht der Statistiker zweigeteilt. Zum einen sind die Anbauflächen in letzter Zeit stark um 13 Prozent auf rund 8.100 Hektar zurückgegangen. "Nach einem kontinuierlichen Anstieg der ertragsfähigen Erdbeerflächen auf fast das Dreifache seit Anfang der 1990er-Jahre und einem Höhepunkt im Jahr 2013 mit 15.100 Hektar ist dies ebenfalls der niedrigste Wert seit 1995", erläuterten die Statistiker. Zum anderen ließ auch das schlechte Wetter die Erdbeerernte in diesem Jahr deutlich zurückgehen. Einige Regionen waren besonders von starken und teils lang anhaltenden Regenfällen betroffen, vor allem in der Reifezeit der Früchte. Erdbeeren sind jedoch gerade als vollreife Früchte anfällig für Beschädigungen, und beispielsweise werden Pilzinfektionen durch Starkregen wahrscheinlicher.

Auch die Spargelernte litt unter dem verregneten Frühling und den Spätfrösten im Mai. Die Ernte fiel mit voraussichtlich 105.200 Tonnen sechs Prozent niedriger aus als im Vorjahr und 13 Prozent niedriger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Anbaufläche sank um vier Prozent auf 19.600 Hektar. Sowohl beim Spargel als auch bei den Erdbeeren machen sich die steigenden Betriebskosten und die Inflation bemerkbar. Diese treiben die Preise in die Höhe, was in Kombination mit der Teuerung in anderen Bereichen dazu führt, dass die Nachfrage nach dem vergleichsweise teuren Gemüse und Obst sinkt. Die Betriebe reagieren darauf mit einer Reduzierung der Anbauflächen.

Erdbeeren werden zum Ende der Saison oft auf Feldern geerntet, wobei die beschädigten Früchte in Kisten gesammelt werden. Die schwierigen Wetterbedingungen in diesem Jahr haben den Bauern erheblich zu schaffen gemacht. Viele fürchten weitere Ernteausfälle, was die Versorgungslage weiter verschärfen könnte.

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