Scholz besucht Meyer Werft – Rettung in Aussicht
Staatliche Unterstützung steht bevor, Details noch offen

Bundeskanzler Olaf Scholz wird am Donnerstag die Meyer Werft in Papenburg besuchen, wie aus Regierungskreisen bekannt wurde. Der Besuch des Kanzlers, der um 13 Uhr beginnen soll, wird im Zusammenhang mit der drohenden Rettung der Werft erwartet. Scholz wird an einer Betriebsversammlung teilnehmen, bei der auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil anwesend sein wird. Die Meyer Werft steht vor erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, die durch fehlende Kredite bedingt sind. Der Staat könnte dem Unternehmen und den Arbeitsplätzen durch eine Unterstützung zur Seite stehen.
Obwohl Scholz bei seinem Besuch keine sofortige Lösung präsentieren wird, haben die Beteiligten ein Eckpunktepapier zur Rettung ausgearbeitet. Die endgültige Entscheidung soll jedoch erst in einigen Tagen getroffen werden, da noch Gutachten ausstehen und Verhandlungen mit den Banken laufen. Es fehlt zudem die Zustimmung des Bundesfinanzministeriums sowie des Haushaltsausschusses im Bundestag. Scholz wird hervorheben, dass der geplante Staatseinstieg zeitlich begrenzt sein soll und darauf abzielt, das Unternehmen zu stabilisieren. In Unternehmenskreisen wird sein Besuch als Signal an die Banken gewertet, die Rettungsmaßnahmen zu unterstützen.
Laut dem Handelsblatt beabsichtigt der Bund zusammen mit dem Land Niedersachsen, zwischen 80 und 90 Prozent der Meyer Werft zu übernehmen. Die genaue Höhe der Beteiligung wird noch festgelegt, insbesondere im Hinblick auf eine kürzlich erhaltene Bestellung von vier Kreuzfahrtschiffen für den Disney-Konzern. Seniorchef Bernhard Meyer soll den Plänen schweren Herzens zugestimmt haben, da er sich in gewissem Maße enteignet fühlt. Noch sind jedoch Details zu klären, unter anderem, ob der Staat nach dem Einstieg bei unternehmerischen Entscheidungen mitreden wird.
Die Meyer Werft benötigt rund 2,6 Milliarden Euro Fremdkapital, um ihre Finanzierungslücke zu schließen. Dieses Kapital wird für den Bau von Kreuzfahrtschiffen benötigt, wobei der Bau solcher Schiffe in der Regel erst bei deren Übergabe zum Großteil bezahlt wird. Aufgrund der Pandemie blieben Anzahlungen aus, wodurch sich die finanzielle Lücke vergrößerte. Die Familie Meyer kann kaum weiterhelfen, da ihr Vermögen größtenteils in der Werft gebunden ist, und Managementfehler haben die Situation verschärft.
Ein Scheitern der Werft wäre aus politischer Sicht problematisch, da sie rund 3000 Mitarbeiter beschäftigt und mittelbar fast 22.000 Arbeitsplätze abhängen. Zudem ist das Unternehmen auch im Bereich der Offshore-Windenergie tätig, was als strategisch wichtig gilt. Das Wirtschaftsministerium setzt sich für die Rettung der Werft ein, da sie eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Ausbaupläne für erneuerbare Energien spielt.
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Zur AktienanalyseIm Rahmen der Sanierung sollen neue Vereinbarungen mit den Kunden getroffen werden, um die Finanzierung und die Garantien zu verbessern. Zudem gibt es Überlegungen, eine europäische Holding zu gründen, um die Tochtergesellschaft in Turku, Finnland, und die Werft in Papenburg unter einem Dach zu vereinen. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Details dieser Zusammenarbeit müssen noch geklärt werden.


