Scholz fordert radikale Kehrtwende beim Bauen
Bundeskanzler will 20 neue Stadtteile errichten

Bundeskanzler Olaf Scholz hat ein radikales Umdenken in der deutschen Baupolitik gefordert, um der Wohnraumkrise entgegenzuwirken. Bei einer Veranstaltung der "Heilbronner Stimme" betonte Scholz, dass das Hauptproblem der stagnierenden Bauwirtschaft nicht die hohen Zinsen, sondern der Mangel an Bauland und der Bau nicht bedarfsgerechter Wohnungen sei. Seiner Meinung nach braucht Deutschland in den gefragtesten Städten und Regionen etwa 20 neue Stadtteile, ähnlich wie in den 1970er-Jahren. Diese Forderung reflektiert die wachsende Bevölkerung und den steigenden Wohnungsbedarf.
Das Bauen auf der sogenannten grünen Wiese, das in den vergangenen Jahren abgelehnt wurde, ist laut Scholz nun notwendig. Er fordert politische Maßnahmen, um mehr Bauland zur Verfügung zu stellen und höhere Bauten zu erlauben, wo dies bisher verhindert wurde. Scholz schlägt außerdem vor, dass die Bundesregierung zusätzliche Mittel für den geförderten Wohnungsbau bereitstellen könnte, über die bereits zugesagten 18 Milliarden Euro hinaus.
Interessanterweise verweist Scholz darauf, dass trotz eines Überhangs an Baugenehmigungen die Zahl der Neubauten zurückgeht. Er kritisiert, dass zu viele hochpreisige Wohnungen geplant und gebaut werden, die nicht dem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Der Fokus sollte auf bezahlbarem Wohnraum liegen.
Parallel dazu setzt die Wohnungswirtschaft große Hoffnungen in das serielle Bauen, bei dem große Bauteile vorgefertigt und vor Ort nur noch zusammengesetzt werden. Diese Methode könnte einen Ausweg aus der aktuellen Wohnungskrise bieten, insbesondere nach der kürzlichen Entscheidung von Bund und Ländern, Planungsverfahren zu beschleunigen und zu vereinheitlichen.
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Zur AktienanalyseDer Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sieht in staatlich vergünstigten Krediten einen möglichen Weg aus der Krise. Es besteht jedoch die Befürchtung, dass der Wohnungsbau spätestens bis 2025 zum Erliegen kommen könnte, wenn nicht bald gehandelt wird.


