Schuldenabbau mit ETFs: Die optimale Strategie für Immobilienkredite
Die Entscheidung zwischen Sondertilgung und Geldanlage – welche ist in Zeiten steigender Inflation die bessere Option?

In Zeiten steigender Inflation und Zinsen suchen viele Immobilienkäufer nach Möglichkeiten, ihre Schulden schneller abzubezahlen. Eine Option, die oft in Betracht gezogen wird, ist die Sondertilgung. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage im Auftrag des Finanzierungsvermittlers Dr. Klein hat ergeben, dass die überwiegende Mehrheit der deutschen Immobilienbesitzer sowohl mit ihrer Kaufentscheidung als auch mit ihrer gewählten Finanzierung zufrieden ist.
Für viele Immobilienbesitzer ist die Möglichkeit zur Sondertilgung ein entscheidendes Kriterium bei der Gestaltung ihrer Darlehenskonditionen. In der Umfrage gaben mehr als drei Viertel der Befragten an, dies berücksichtigt zu haben, und 96 Prozent von ihnen würden es wieder tun. Lediglich 28 Prozent bereuten es, auf diese Option verzichtet zu haben.
Allerdings ist die Sondertilgung nicht immer die beste Wahl. In Zeiten steigender Inflation und Sparzinsen stellt sich die Frage, ob es effizientere Wege gibt, um die Schuldenlast zu reduzieren. Das Handelsblatt hat in Zusammenarbeit mit der FMH-Finanzberatung zwei verschiedene Szenarien durchgerechnet, um diese Frage zu beantworten.
In einem Beispiel schlossen ein Paar im Dezember 2018 einen Darlehensvertrag über 500.000 Euro mit einem Zinssatz von 1,75 Prozent für 20 Jahre ab. Sie vereinbarten eine anfängliche Tilgungsrate von drei Prozent pro Jahr, was monatlich rund 2000 Euro ausmachte. Nach fünf Jahren und zwei Gehaltserhöhungen sind sie in der Lage, jährlich zusätzlich 500 Euro zu sparen.
Die Frage, die sich stellt, ist, ob sie dieses Geld für die Sondertilgung ihres Darlehens verwenden oder es anderweitig anlegen sollten. Angesichts der Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinssätze und der bevorstehenden Verhandlung ihrer Darlehenskonditionen im Jahr 2038, neigen sie dazu, klug zu planen.
Die Berechnungen zeigen, dass die Wahl zwischen Sondertilgung und Geldanlage von der verbleibenden Restschuld abhängt. Ohne Sondertilgung würde die Restschuld bei etwa 141.108 Euro liegen. Wenn sie jedoch jährlich 6000 Euro zusätzlich tilgen würden, könnte sie auf 37.298 Euro reduziert werden.
Die Gegenrechnung ergibt, dass eine Geldanlage von 6000 Euro pro Jahr am Ende besser abschneidet. Selbst bei einer jährlichen Verzinsung von fünf Prozent würde bis Dezember 2038 ein Betrag von 125.486 Euro angespart sein, nach Abzug der Abgeltungsteuer. Dies wäre deutlich mehr als bei der regelmäßigen Sondertilgung.
Die beste Option ergibt sich, wenn die Geldanlage jährlich sieben Prozent Rendite abwirft. In diesem Fall würden nach 15 Jahren 142.135 Euro angespart, was ausreichen würde, um die Restschuld von 141.108 Euro vollständig zu tilgen.
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Zur AktienanalyseEs ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Bank drei Monate vor Ende der Zinsbindung verpflichtet ist, ihre Kunden zu informieren und ein Angebot zur Weiterführung des Kredits unter neuen Bedingungen zu machen. Wenn die angesparte Summe nicht ausreicht, um das Darlehen vollständig zurückzuzahlen, haben die Kunden drei Monate Zeit, sich nach einem neuen Angebot umzusehen.
In Anbetracht dieser Faktoren neigen Experten dazu, die Geldanlage gegenüber der Sondertilgung zu bevorzugen. ETF-Sparpläne, die in breit diversifizierte Aktienindizes investieren, werden als eine attraktive Möglichkeit angesehen, das verfügbare Kapital zu vermehren. Obwohl sie mit gewissen Risiken verbunden sind, bieten sie die Möglichkeit, in Zeiten steigender Zinsen und Inflation finanziell flexibel zu bleiben.


