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Schweizer Franken auf 11-Jahres-Hoch: SNB zwischen Deflation und Trump-Risiko

Währung steigt um 3,5% gegenüber Dollar – Notenbank steht vor schwieriger Gratwanderung bei Negativzinsen.

Schweizer Franken auf 11-Jahres-Hoch: SNB zwischen Deflation und Trump-Risiko

Der Schweizer Franken hat am Dienstag ein 11-Jahres-Hoch gegenüber dem US-Dollar erreicht und sorgt damit für wachsende Besorgnis in der Alpenrepublik. Die Währung legte allein im Januar 2026 bereits um 3,5% gegenüber dem Greenback zu, nachdem sie 2025 schon um 12,7% aufgewertet hatte. Treiber dieser Entwicklung sind die unberechenbare US-Handelspolitik unter Präsident Trump, Unsicherheiten über die Unabhängigkeit der Federal Reserve sowie geopolitische Spannungen.

Die starke Aufwertung stellt die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor ein Dilemma. Mit einer Inflationsrate von nur 0,1% und einem Leitzins bereits bei 0% bewegt sich das Land am Rande der Deflation. Eine weitere Aufwertung des Frankens könnte den disinflationären Druck auf die exportorientierte Wirtschaft zusätzlich verstärken. Im Jahr 2022 hatte die SNB erst eine siebenjährige Phase der Negativzinsen beendet, die bei Sparern und Banken höchst unpopulär war.

Besonders problematisch: Anders als bei anderen Währungen reagiert die Nachfrage nach Schweizer Exporten kaum auf Währungsveränderungen. Claudio Sfreddo, Ökonom an der EHL Hospitality Business School, erklärt, dass in Schlüsselbereichen wie Pharma, Präzisionsfertigung und hochwertigen Dienstleistungen die Währungsaufwertung die Auslandsnachfrage nicht reduziere. Dies schwäche den normalerweise stabilisierenden Mechanismus.

Trump-Risiko hemmt SNB-Handlungsspielraum

Ein bewährtes Instrument der SNB – Devisenmarktinterventionen durch den Verkauf von Franken – birgt derzeit erhebliche politische Risiken. Erst im vergangenen Jahr hatte die Schweiz ein Handelsabkommen zur Senkung der Trump-Zölle von 39% auf 15% ausgehandelt. Das Weiße Haus hatte die hohen Abgaben als Reaktion auf angebliche "Währungsmanipulation" verhängt und die Schweiz auf eine Beobachtungsliste gesetzt.

In seiner Davoser Rede verdeutlichte Trump kürzlich seine Willkür: Die Zölle seien von 31% auf 39% erhöht worden, weil die damalige Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter ihn "einfach falsch angegangen" sei. Jede SNB-Intervention könnte neue Strafzölle provozieren.

Sichere Häfen im Aufwind

Lloyd Harris von Premier Miton Investors argumentiert, dass die Attraktivität des Frankens als stabiler Vermögenswert seine Aufwärtsentwicklung unabhängig von SNB-Maßnahmen unterstützen werde. Die jüngere Geschichte zeige, dass Zuflüsse in sichere Häfen den Franken selbst bei Zinssenkungen stärken könnten. Neben dem Franken erreichten auch Gold und Silber neue Rekordhochs.

SNB-Vertreter Martin Schlegel betonte in Davos dennoch, die Notenbank werde alles tun, um ihr Mandat zu erfüllen – auch auf die Gefahr hin, erneut Washingtons Zorn auf sich zu ziehen. Die Schweizer Währungshüter stehen damit vor einer der schwierigsten Entscheidungen seit Jahren: zwischen Deflationsrisiko und politischem Druck aus den USA.

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