Sechster Tanker lädt LNG aus russischem Projekt
Trotz Sanktionen erreichen Schiffe aus Arctic LNG 2 weiterhin internationale Märkte

Ein weiterer Tanker hat Flüssigerdgas aus dem umstrittenen russischen Projekt Arctic LNG 2 geladen. Nach Angaben von Datenanbietern handelt es sich dabei bereits um die sechste Verladung in diesem Jahr. Die Anlage steht seit Beginn der Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine unter internationalem Druck, dennoch läuft der Export weiter. Erst kürzlich war erstmals eine Lieferung an einen Endabnehmer erfolgt, als China eine Ladung aus diesem Projekt erhielt.
Die jüngste Abholung erfolgte durch das Schiff „La Perouse“, das am 27. August an der Anlage eintraf, Flüssigerdgas aufnahm und zwischen dem 30. und 31. August wieder ablegte. Damit setzt sich eine Reihe von Verladungen fort, die seit Jahresbeginn dokumentiert wurden. Die „La Perouse“ gehört zu jenen fünf Tankern, die bereits im September des vergangenen Jahres von Großbritannien mit Sanktionen belegt worden waren. Begründet wurde dies mit ihrer Rolle bei Projekten, die für die künftige Energieproduktion Russlands von Bedeutung sind.
Nach Einträgen in der Datenbank Equasis ist das Schiff auf die Firma Enson Shipping Inc mit Sitz in Dubai registriert. Als Schiffs- oder kommerzieller Manager fungiert demnach Dreamer Shipmanagement LLC-FZ, ebenfalls mit Adresse in Dubai. Versuche, Kontakt zu den Unternehmen aufzunehmen, blieben ohne Erfolg.
Parallel dazu weisen Daten von Kpler und Vortexa darauf hin, dass sich ein weiterer sanktionierter Tanker, die „Arctic Vostok“, derzeit vor der Küste der Halbinsel Kamtschatka befindet. Das Schiff liegt neben der schwimmenden Speicheranlage „Koryak“ vor Anker. Diese Einheit dient zur Zwischenlagerung von Flüssigerdgas aus Arctic LNG 2. Von dort aus war auch die Ladung verschifft worden, die China vergangene Woche erhalten hat.
Laut Equasis ist die „Arctic Vostok“ auf Lule One Services Inc mit Sitz in Mumbai registriert. Der kommerzielle Manager des Schiffes, Ocean Speedstar Solutions, ist ebenfalls in Indien gemeldet. Auch hier konnten keine Kontaktinformationen verifiziert werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung Sanktionen gegen mehrere Reedereien verhängt, darunter auch gegen die Eigentümer und Manager der „Arctic Vostok“. Ziel dieser Maßnahmen war es, Russlands Einnahmen aus dem Export von Öl und Gas einzuschränken.
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Zur AktienanalyseMit den jüngsten Entwicklungen wird deutlich, dass trotz der umfangreichen Beschränkungen weiterhin Tanker aus dem Projekt Arctic LNG 2 Ladungen aufnehmen und international in Umlauf bringen. Die Daten aus den Schifffahrtsdatenbanken liefern dabei ein detailliertes Bild über die Wege der sanktionierten Schiffe.


