Shell beendet Vermessung im venezolanischen Gasfeld
Frist zur Einstellung aller Projekte läuft Ende Mai ab

Shell plant, eine Meeresuntersuchung im Offshore-Gasfeld Dragon vor der Küste Venezuelas abzuschließen, bevor eine von den USA gesetzte Frist Ende Mai zur Beendigung aller mit Energieprojekten in Venezuela verbundenen Lizenzen abläuft. Laut mit den Vorbereitungen vertrauten Personen traf das unter kolumbianischer Flagge fahrende Erkundungsschiff Dona Jose II im April in dem von US-Sanktionen betroffenen Land ein, um Daten für Shell sowie die staatliche National Gas Company von Trinidad zu erheben.
Die Untersuchung soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Ziel ist es, Bohrstandorte zu bestimmen und die Pipeline-Infrastruktur zu planen, falls die US-Regierung die Projektentwicklung zu einem späteren Zeitpunkt genehmigt. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, Erdgas nach Trinidad zu liefern. Die Arbeiten erfolgen in einem engen zeitlichen Rahmen, nachdem die US-Regierung unter Präsident Joe Biden Anfang des Monats die im Jahr 2023 erteilte Lizenz zur Planung und Entwicklung des Dragon-Feldes widerrufen hatte. Shell und NGC wurde eine Frist bis zum 27. Mai gesetzt, um ihre Aktivitäten in Venezuela einzustellen.
Seit der Einführung von US-Sanktionen gegen die venezolanische Energiewirtschaft im Jahr 2019 benötigen ausländische Unternehmen eine entsprechende Genehmigung aus Washington, um mit der staatlichen venezolanischen Ölfirma PDVSA Projekte zu verhandeln, zu planen oder umzusetzen. Weder Shell noch NGC oder PDVSA äußerten sich auf Anfragen zu dem laufenden Vorhaben.
Trinidad zählt zu den größten Exporteuren von verflüssigtem Erdgas (LNG) in Lateinamerika sowie weltweit zu den führenden Ausfuhrländern von Ammoniak und Methanol. Das Land ist jedoch auf die Entwicklung neuer Gasquellen in venezolanischen Gewässern und an der maritimen Grenze angewiesen, um den Rückgang seiner eigenen Reserven zu kompensieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das Dragon-Gasfeld galt als eine der wenigen konkreten Optionen, um eine ausländische Gasversorgung für Trinidads Industrie sicherzustellen und gleichzeitig Venezuela den Einstieg in die wirtschaftliche Nutzung seiner umfangreichen Offshore-Gasvorkommen zu ermöglichen.
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Zur AktienanalyseIm Jahr 2023 hatte Venezuela Shell eine 30-jährige Betriebslizenz für das Dragon-Feld erteilt. Der Beginn von Gasexporten nach Trinidad war frühestens für das kommende Jahr vorgesehen, um das dort gewonnene Gas in LNG umzuwandeln. Die USA werfen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro vor, nicht ausreichend für eine Rückkehr zur Demokratie zu sorgen und keine Fortschritte hinsichtlich der Rückführung illegal in den USA lebender Migranten zu machen. Die venezolanische Regierung bezeichnet die Sanktionen als wirtschaftlichen Krieg.


