Shell kürzt Prognose für Gas- und LNG-Produktion
Auch Handelsergebnisse und Chemiesparte schwächeln im zweiten Quartal deutlich

Shell hat seine Produktionsprognose für das zweite Quartal im Bereich integriertes Gas sowie für die Herstellung von verflüssigtem Erdgas (LNG) leicht nach unten angepasst. Für die integrierte Gas-Sparte rechnet das Unternehmen nun mit einer täglichen Fördermenge zwischen 900.000 und 940.000 Barrel Öläquivalent. Zuvor lag die Spanne zwischen 890.000 und 950.000 Barrel pro Tag. Die LNG-Produktion wird im Zeitraum von April bis Juni voraussichtlich zwischen 6,4 und 6,8 Millionen Tonnen liegen, was eine geringfügige Eingrenzung gegenüber der bisherigen Prognose von 6,3 bis 6,9 Millionen Tonnen darstellt.
Angaben zu den konkreten Gründen für die korrigierte Prognose machte Shell nicht. Ein Unternehmenssprecher lehnte eine Stellungnahme hierzu ab. Gleichzeitig kündigte Shell an, dass das Handelsergebnis der integrierten Gas-Division im Vergleich zum ersten Quartal spürbar niedriger ausfallen werde. Damit dämpft der weltweit größte LNG-Händler die Erwartungen an sein Quartalsergebnis im Gashandel.
Während Shell mittelfristig weiterhin ein Wachstum anstrebt – mit einer jährlichen Steigerung der LNG-Verkäufe um 4 bis 5 Prozent und einem Produktionswachstum von etwa 1 Prozent jährlich –, bleibt das zweite Quartal offenbar hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Die vollständigen Quartalszahlen sollen am 31. Juli veröffentlicht werden.
Im Bereich der Ölförderung hob Shell unterdessen die untere Grenze seiner Produktionsprognose leicht an. Die neue Spanne liegt nun bei 1,66 bis 1,76 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag, zuvor waren es 1,56 bis 1,76 Millionen. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen in dieser Sparte mit einer Abschreibung von rund 200 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Explorationsaktivitäten.
Die Marketing-Sparte des Konzerns entwickelt sich dagegen positiver. Für das zweite Quartal werden hier höhere bereinigte Erträge als im Vorquartal erwartet. Die täglichen Verkaufsvolumen werden zwischen 2,6 und 3 Millionen Barrel angegeben, was leicht unter der früheren Prognose von bis zu 3,1 Millionen liegt.
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Zur AktienanalyseSchwächer zeigt sich hingegen das Chemiegeschäft. Shell rechnet in diesem Segment mit einem Verlust, unter anderem wegen ungeplanter Wartungsarbeiten an der Anlage im US-amerikanischen Monaca. Auch im Bereich Chemie und Produkte fiel das Handelsergebnis deutlich geringer aus als im ersten Quartal. Insgesamt dürfte dieser Bereich im zweiten Quartal nicht die Gewinnschwelle erreichen.

