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Shell sucht Käufer für Schwedt-Anteil

Verkauf des Raffineriepakets vor Sanktionshintergrund neu angestoßen

Shell sucht Käufer für Schwedt-Anteil

Shell hat seine Bemühungen um den Verkauf seines Anteils an der deutschen Ölraffinerie PCK Schwedt erneut aufgenommen. Das Unternehmen strebt an, sich von einem Vermögenswert zu trennen, der seit Beginn des Ukraine-Krieges stark von westlichen Sanktionen gegen Russland sowie von politischen Eingriffen der Bundesregierung geprägt ist. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten, dass Shell aktuell wieder aktiv nach Käufern für seinen Anteil sucht.

Die Raffinerie in Schwedt spielt eine zentrale Rolle für die Kraftstoffversorgung Berlins und des ostdeutschen Raums. Mehrheitseigner ist der russische Staatskonzern Rosneft, der mehr als die Hälfte der Anteile hält. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine entzog die Bundesregierung Rosneft jedoch die operative Kontrolle über die Anlage und stellte sie unter staatliche Treuhandverwaltung. Eigentumsrechte blieben dabei unangetastet, um eine weitere Eskalation der politischen Spannungen zu vermeiden.

Shell hält 37,5 Prozent an der Raffinerie und hat laut informierten Kreisen in diesem Monat einen Datenraum für potenzielle Investoren geöffnet. Bereits vor rund einem Jahr hatte der Energiekonzern versucht, seinen Anteil zu veräußern, war jedoch gescheitert, nachdem ein geplanter Verkauf an die britische Prax Group nicht zustande kam. Nun sollen bis Ende Januar verbindliche Angebote eingehen. Shell selbst äußerte sich nicht zu dem laufenden Prozess.

Die Zukunft der Raffinerie bleibt auch wegen der Sanktionslage unsicher. Im Oktober hatte die Bundesregierung kurzfristig erreicht, dass die Anlage von US-Sanktionen gegen Rosneft ausgenommen wird. Diese Sondergenehmigung erlaubt den Betrieb derzeit bis Ende April. Parallel dazu steht der Staat vor der Aufgabe, die Treuhandverwaltung alle sechs Monate zu verlängern, um sowohl die Versorgungssicherheit als auch die rechtliche Kontrolle aufrechtzuerhalten.

Als möglicher Interessent gilt erneut die Liwathon Group, ein privater Energiehändler mit Öl- und Produktterminals unter anderem in Estland und auf den Bahamas. Vertreter des Unternehmens bestätigten, dass das Interesse an Investitionen in Deutschland fortbestehe und auch die Raffinerie in Schwedt einschließen könne. Bereits 2021 hatte Shell Liwathons österreichische Einheit als Käufer ausgewählt, bevor der Krieg in der Ukraine sämtliche Transaktionen rund um die Raffinerie zum Erliegen brachte.

Die Raffinerie verfügt über eine Verarbeitungskapazität von rund 230.000 Barrel pro Tag und bleibt ein politisch sensibles Thema. Während Rosneft weiterhin Eigentümer ist, hofft die Bundesregierung auf einen Verkauf der russischen Anteile, um eine langfristige Lösung für den Standort zu erreichen.

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