Shell verkauft Singapur-Raffinerie an Chandra Asri und Glencore
Neuer Eigentümer sichert Rohstofflieferungen und stärkt Position im südostasiatischen Markt

Shell hat den Verkauf seiner Raffinerie und der dazugehörigen Anlagen in Singapur an ein Joint Venture aus Chandra Asri und Glencore abgeschlossen. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Laut Handelsquellen haben die neuen Eigentümer bereits mit dem Einkauf von Rohstoffen begonnen. Die Veräußerung betrifft die Einrichtungen auf den Inseln Bukom und Jurong, deren Betrieb auf das Jahr 1961 zurückgeht.
Mit der Übernahme durch Chandra Asri wird das Unternehmen zu einem der größten petrochemischen Akteure in Südostasien. Chandra Asri ist der Mehrheitsinhaber des neuen Unternehmens, das unter dem Namen Aster Chemicals and Energy Pte Ltd firmiert. Die finanziellen Details der Transaktion, die ursprünglich bis Ende 2024 abgeschlossen sein sollte, wurden nicht veröffentlicht.
Shell teilte mit, dass das Personal vor Ort weiterhin für das neue Unternehmen tätig sein wird. Büroangestellte haben ihren Arbeitsplatz in neue Räumlichkeiten unter der neuen Leitung verlegt. Das Unternehmen lehnte es ab, sich zu personellen Veränderungen zu äußern.
Handelsquellen zufolge hat Chandra Asri bereits mehrere offene Spezifikationen von Naphtha für die Ankunft in Singapur ab März erworben. Damit übernimmt das Unternehmen die Beschaffung von petrochemischen Rohstoffen für Aster Chemicals and Energy. Unter der Leitung von Shell importierte die Chemieanlage auf Jurong Island im Jahr 2023 und 2024 rund 1,5 Millionen Tonnen Naphtha pro Jahr, wie aus Schiffsdaten von Kpler hervorgeht.
Der Schweizer Handelsriese Glencore hat ebenfalls mehrere Rohöl-Käufe für die Ankunft in Singapur in den Monaten Mai und Juni getätigt. Dazu gehören Lieferungen aus Kanada und Kasachstan. Die Informationen stammen von Quellen, die mit den Geschäften vertraut sind.
Chandra Asri und Glencore reagierten nicht umgehend auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Shell erklärte, dass das Unternehmen Rohöl-Lieferverträge und Abnahmevereinbarungen für Produkte unterzeichnet habe. Diese würden nach Abschluss des Verkaufs in Kraft treten.
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Zur AktienanalyseDie Transaktion markiert einen wichtigen Schritt in der strategischen Neuausrichtung von Shell, das sich zunehmend auf nachhaltige Energielösungen konzentrieren will. Gleichzeitig stärkt sie die Position von Chandra Asri auf dem petrochemischen Markt in Südostasien. Glencore erweitert durch die Beteiligung seine Präsenz im asiatischen Rohstoffhandel.
Der Verkauf der Raffinerie in Singapur ist Teil eines umfassenderen Plans von Shell, sich aus bestimmten Verarbeitungsanlagen zurückzuziehen und sich verstärkt auf den Handel und nachhaltige Energien zu fokussieren. Marktbeobachter erwarten, dass sich dieser Trend in der Branche weiter fortsetzen wird.


