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Shutterstock-Aktie bricht 30% ein nach Abbruch der Getty-Fusion

Britische Regulierungsbehörde forderte Verkauf der Redaktionssparte – Getty-Vorstand lehnte ab und beendete den 3,7-Milliarden-Dollar-Deal.

Shutterstock-Aktie bricht 30% ein nach Abbruch der Getty-Fusion

Die geplante Fusion zwischen Getty Images und Shutterstock ist gescheitert. Getty gab am Dienstag bekannt, dass die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority, CMA) als Bedingung für die Genehmigung des Deals verlangt hätte, dass das fusionierte Unternehmen das Redaktionsgeschäft von Shutterstock veräußert. Der Vorstand von Getty lehnte diesen Schritt ab und blies die gesamte Transaktion ab.

Die Reaktion der Märkte fiel drastisch aus. Die Aktien von Shutterstock (SSTK) stürzten im vorbörslichen Handel um rund 32% auf 9,40 US-Dollar ab – ein Niveau, das den niedrigsten Stand seit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2012 darstellen würde. Die Aktien von Getty (GETY) verloren ebenfalls rund 4% und fielen auf 83 Cent.

Hintergrund: Ein Deal unter Gleichen

Die beiden Unternehmen hatten die Fusion erstmals im Januar 2025 angekündigt und sie als „Merger of Equals" – eine Fusion unter Gleichen – bezeichnet. Das Gesamtvolumen der Transaktion wurde mit 3,7 Milliarden US-Dollar beziffert. Shutterstock-Aktionäre sollten dabei die Wahl erhalten, Bargeld, Aktien des neuen kombinierten Unternehmens oder eine Mischung aus beidem zu erhalten.

Damals begründeten beide Unternehmen den Zusammenschluss mit dem Ziel, gemeinsam stärker in neue Technologien zu investieren – darunter 3D-Bildsprache und generative KI-Tools. Das US-Justizministerium hatte dem Vorhaben bereits im Februar grünes Licht gegeben, ohne Auflagen zu stellen. Die britische CMA erwies sich jedoch als entscheidendes Hindernis.

Kursverluste seit Ankündigung bereits massiv

Der heutige Kurseinbruch kommt nicht aus dem Nichts. Seit dem Tag der Fusionsankündigung haben sowohl Getty- als auch Shutterstock-Aktien bereits rund 70% ihres Wertes verloren. Hintergrund ist die wachsende Sorge unter Investoren, dass die rasante Verbreitung von KI-gestützten Bildgenerierungstools die langfristige Nachfrage nach klassischen Stockfotos erheblich verringern könnte.

Der Kurssturz nach dem Scheitern des Deals zeigt, dass Anleger dem kombinierten Unternehmen deutlich mehr Vertrauen entgegengebracht hatten als den beiden eigenständigen Firmen. Die Hoffnung, durch den Zusammenschluss eine schlagkräftigere Antwort auf die KI-Konkurrenz entwickeln zu können, ist nun vorerst geplatzt.

Getty sucht nach Alternativen

Getty gab am Dienstag bekannt, dass das Unternehmen nun einen Finanzberater beauftragen werde, um „strategische Finanzierungsalternativen" zu prüfen. Welche konkreten Optionen dabei in Betracht gezogen werden, ließ Getty offen. Eine offizielle Stellungnahme zur Entscheidung des Vorstands lehnte das Unternehmen ab. Shutterstock reagierte bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Für deutsche Anleger, die in den Stockfoto-Markt investiert sind, verdeutlicht der Fall die strukturellen Herausforderungen der Branche. Sowohl Getty als auch Shutterstock stehen unter erheblichem Druck durch KI-Bildgeneratoren wie Midjourney, DALL-E oder Stable Diffusion, die professionelle Stockfotos in vielen Anwendungsfällen ersetzen können. Das Scheitern der Fusion lässt beide Unternehmen nun geschwächt und ohne klare Strategie zurück.

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