Sibanye klagt gegen russisches Palladium-Dumping in den USA
Der südafrikanische Bergbaukonzern legt Berufung ein und kämpft um den Erhalt der einzigen US-Palladiumproduktion.

Sibanye-Stillwater (JSE: SSW / NYSE: SBSW) geht juristisch gegen ein US-Handelsurteil vor, das russischen Palladiumimporten keinen schädlichen Einfluss auf die heimische Produktion attestiert. Der südafrikanische Bergbaukonzern ist der einzige Primärproduzent von Palladium in den USA und sieht durch die Entscheidung der International Trade Commission (ITC) seine Existenz bedroht. Das Unternehmen argumentiert, die Kommission habe Belege für illegales Dumping und staatliche Subventionen aus Russland nicht ausreichend gewürdigt.
Die ITC hatte am 29. Mai entschieden, dass die US-Industrie durch russische Palladiumlieferungen „nicht erheblich geschädigt oder von einer erheblichen Schädigung bedroht" sei. Sibanye hält diese Einschätzung für rechtlich fehlerhaft und wirft der Behörde vor, zentrale Beweise ignoriert zu haben. Das Unternehmen hatte bereits im Juli 2025 erstmals bei US-Behörden beantragt, Zölle auf russische Palladiumimporte zu erheben.
Russische Importe unter Sanktionsdruck – aber nicht bei Palladium
Bemerkenswert ist, dass Palladium den US-Sanktionen, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 verhängt wurden, weitgehend entgangen ist. Während zahlreiche andere russische Rohstoffe mit Handelsbeschränkungen belegt wurden, floss das für Autokatalysatoren unverzichtbare Metall weiterhin in die USA. Die Folgen sind in den Handelsdaten klar ablesbar: Die US-Importe von russischem Palladium stiegen zwischen 2022 und 2024 um 35 Prozent.
Gleichzeitig brach der Palladiumpreis im selben Zeitraum um rund 50 Prozent ein. Seit Jahresbeginn hat das Metall nochmals etwa 22 Prozent an Wert verloren und notierte zuletzt bei knapp 1.285 US-Dollar pro Unze. Sibanye sieht in dieser Preisentwicklung eine direkte Folge des russischen Dumpings und der damit verbundenen Marktverzerrung.
Produktion in Montana bereits eingeschränkt
Der anhaltende Preisdruck hat Sibanye bereits zu schmerzhaften Einschnitten gezwungen. Das Unternehmen musste sein US-Palladiumgeschäft umstrukturieren, Teile der Produktion in seinen Minen im US-Bundesstaat Montana einstellen und sich auf Abbaugebiete mit höherem Erzgehalt konzentrieren, um die Kosten zu senken. Die wirtschaftliche Lage der nordamerikanischen Palladiumproduzenten bleibt damit angespannt.
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Zur AktienanalysePalladium ist ein kritisches Industriemetall, das vor allem in Katalysatoren für Benzinmotoren eingesetzt wird und damit eine Schlüsselrolle in der Automobilindustrie spielt. Für die USA hat eine heimische Versorgung mit diesem Rohstoff strategische Bedeutung – ein Argument, das Sibanye in seiner Berufung prominent ins Feld führt.
Sibanye betonte in einer Stellungnahme, man werde „alle verfügbaren US-Handelsbehelfe ausschöpfen, um eine lebensfähige heimische Palladiumindustrie zu schützen und zu erhalten". Das Unternehmen verweist dabei auf die Bedeutung einer „resilienten und verantwortungsvoll bezogenen heimischen Versorgung" mit dem kritischen Mineral. Wie das Berufungsverfahren ausgeht, dürfte nicht nur für Sibanye, sondern für die gesamte strategische Rohstoffpolitik der USA richtungsweisend sein.

