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Siemens Energy zwischen Wasserstoff-Euphorie und harter Realität

Trotz neuer Fabrik kämpft Konzern ums Überleben

Siemens Energy zwischen Wasserstoff-Euphorie und harter Realität

Wasserstoff gilt als das grüne Gold der Energiewende, und Deutschland träumt von einer Vorreiterrolle in diesem Zukunftsmarkt. Doch die Realität ist, dass diese Träume maßgeblich an Unternehmen wie Siemens Energy hängen, deren gegenwärtige Krisensituation die Ambitionen stark bremst. Die feierliche Eröffnung der neuen Elektrolyseursfertigung in Berlin, die von Spitzen der Politik begleitet wurde, offenbart die Diskrepanz zwischen der Hoffnung auf eine strahlende Zukunft und den gegenwärtigen operativen Herausforderungen des Konzerns.

Siemens Energy, als einer der potenziellen Hauptakteure im deutschen Wasserstoffmarkt, steht paradoxerweise vor der Notwendigkeit, staatliche Unterstützung zu beantragen, um überhaupt überleben zu können. Das Unternehmen, das seit seiner Abspaltung von Siemens nur Verluste verzeichnet, sieht sich mit einem geschätzten Minus von 4,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2022/23 konfrontiert. Die Wasserstoffsparte allein wird kurzfristig wenig zur Besserung der Lage beitragen können. Die Euphorie um Wasserstoff als Energieträger der Zukunft kann nicht über die ernüchternde Erkenntnis hinwegtäuschen, dass mit Wasserstoff kurzfristig kein Geld zu verdienen ist.

Der wirkliche Wettbewerb um Marktanteile und Profite im Wasserstoffbereich wird zudem durch hohe Anfangsinvestitionen und ungeklärte Fragen bezüglich Produktion und Transport des Wasserstoffs erschwert. Es ist eine komplexe Gleichung, die auch von politischen Weichenstellungen abhängt. Die jüngsten Förderankündigungen der US-Regierung könnten beispielsweise dazu führen, dass sich die Branche stärker in Richtung USA orientiert, wo Projekte, die bisher nicht wirtschaftlich waren, durch Subventionen rentabel werden könnten.

Für Siemens Energy bedeutet dies, dass die Priorität aktuell nicht in der Expansion der Wasserstoffsparte liegt, sondern in der Sanierung der defizitären Windkraftgeschäfte. Die Zukunftsmusik von Wasserstoff kann erst dann in den Vordergrund rücken, wenn die Basis des Unternehmens wieder gefestigt ist. Staatliche Garantien und eine klare Führungsstrategie sind erforderlich, um die vielfältigen Herausforderungen zu meistern und Siemens Energy zurück auf einen erfolgreichen Pfad zu führen.

Wenn Deutschland also eine Schlüsselrolle im globalen Wasserstoffgeschäft spielen will, muss zuerst der Erfolg bei der Transformation von Schlüsselunternehmen wie Siemens Energy sichergestellt werden. Nur wenn die Kernprobleme in den Griff bekommen werden, können die ambitionierten Wasserstoffträume Realität werden und zur wirtschaftlichen Stärkung und ökologischen Nachhaltigkeit beitragen.

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