Siemens forciert den Ausbau des Softwaregeschäfts
Übernahmen in Milliardenhöhe und strategische Fokussierung auf digitale Technologien im Visier

Siemens plant, sein Softwaregeschäft erheblich auszubauen, um sich stärker als Digital- und Technologieunternehmen zu positionieren. Siemens-Chef Roland Busch betonte auf einer internen Konferenz vor kurzem die Bedeutung von Software, Künstlicher Intelligenz und digitalen Zwillingen in der Industrie. Dabei tauschte er sich mit prominenten IT-Vertretern wie Microsoft-Gründer Bill Gates und Nvidia-CEO Jensen Huang aus. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde dabei deutlich: Siemens will seine Stärken in der Verbindung von Software, Hardware und Industrieexpertise weiter ausbauen.
In diesem Zusammenhang gibt es Spekulationen über eine mögliche Übernahme des US-Softwarespezialisten Altair Engineering. Diese Akquisition könnte Milliarden kosten und würde den Software-Anteil im Siemens-Portfolio weiter steigern. Der Konzern selbst wollte sich zu den Gerüchten jedoch nicht äußern. Finanzvorstand Ralf Thomas bestätigte jedoch, dass Siemens weiterhin an Akquisitionen interessiert sei und finanziell gut gerüstet ist. Auch größere Übernahmen würden die finanzielle Stabilität und Ausschüttungsfähigkeit nicht beeinträchtigen, so Thomas. Siemens erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von 8,5 Milliarden Euro, und der Free Cashflow überstieg erstmals zehn Milliarden Euro.
Das Softwaregeschäft gewinnt für Siemens zunehmend an Bedeutung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 schwächelte das klassische Automatisierungsgeschäft aufgrund der geringen Nachfrage aus China. Dennoch konnte das Segment „Digitale Industrien“ durch einen starken Anstieg der Software-Umsätze die Krise abfedern. Allein im dritten Quartal stiegen die Softwareerlöse um 82 Prozent auf mehr als zwei Milliarden Euro. Insgesamt wuchsen die Digitalumsätze von 6,5 auf 7,3 Milliarden Euro. Busch erklärte, dass der Anteil digitaler Umsätze langfristig auf 20 Prozent des Gesamtumsatzes steigen soll.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser Fortschritte wird Siemens an der Börse noch nicht wie ein reines Digitalunternehmen bewertet. Investoren drängen daher auf eine stärkere Fokussierung auf das Softwaregeschäft und fordern eine Trennung von weniger profitablen Sparten wie der Bahntechnologie. Siemens plant, diesen Weg vorsichtig zu verfolgen und größere Übernahmen genau zu prüfen, um keine unnötigen Risiken einzugehen. Zu den bisherigen Akquisitionen zählt unter anderem die Übernahme des US-Unternehmens Brightly für 1,5 Milliarden Euro, das auf Software für Betrieb und Wartung von Gebäuden und Energieanlagen spezialisiert ist.


