Siemens Healthineers steigert Umsatz und Gewinn deutlich
Herausforderungen in China, stabile Geschäfte in den USA, mögliche Veränderungen bei Siemens-Beteiligung

Siemens Healthineers hat trotz der Herausforderungen auf dem chinesischen Markt seine Jahresziele erreicht. Der Medizintechnikhersteller verzeichnete im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von knapp fünf Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Auch der Gewinn entwickelte sich positiv, was den Aktienkurs am Mittwoch um zeitweise acht Prozent auf etwa 52 Euro steigen ließ. Laut Vorstandschef Bernd Montag möchte das Unternehmen diesen Schwung ins neue Geschäftsjahr mitnehmen.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in China wurden durch eine Antikorruptionskampagne der dortigen Regierung verstärkt. Obwohl Siemens Healthineers selbst nicht von Untersuchungen betroffen ist, herrscht Unsicherheit bei potenziellen Kunden, wie etwa Krankenhäusern, was sich auf deren Bestellverhalten auswirkt. Das Unternehmen verzeichnete in China einen Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Siemens Healthineers konnte jedoch in der Krise möglicherweise Marktanteile gewinnen, so Montag. Der US-Markt, der größte Absatzmarkt des Unternehmens, bleibt stabil und wird von der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten voraussichtlich wenig beeinflusst.
Während das Geschäft mit Bildgebungsgeräten, wie MRT- und Röntgensystemen, solide lief, zeigt sich auch der Strahlentherapie-Spezialist Varian als Wachstumsbereich mit einem Umsatzanstieg von rund zehn Prozent und einer Marge von 16,5 Prozent. Die Diagnostiksparte hingegen, die Siemens Healthineers einst teuer erworben hatte, blieb eine Herausforderung. Trotz Fortschritten in der operativen Marge von 0,8 auf 5,3 Prozent stagnierten die Umsätze bei 4,4 Milliarden Euro. Die Einführung der eigenen Diagnoseplattform Atellica verlief schleppend, doch Montag zeigt sich zuversichtlich, dass dieser Bereich nun vor einer Wachstumsphase steht.
Im Bereich Diagnostik konkurriert Siemens Healthineers unter anderem mit dem Schweizer Unternehmen Roche, das ebenfalls in diesem Segment tätig ist und in den ersten neun Monaten ein Wachstum von fünf Prozent erzielte. Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Diagnostiksparte bestehen weiterhin, doch Montag betonte, dass es aktuell keine Notwendigkeit gebe, eine Entscheidung zu treffen.
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Zur AktienanalyseVeränderungen könnten auch in der Aktionärsstruktur bevorstehen. Siemens, Hauptaktionär von Healthineers, prüft eine Reduzierung seiner Beteiligung von derzeit 75 Prozent. Finanzvorstand Ralf Thomas erwägt, zur Finanzierung einer milliardenschweren Akquisition bis zu fünf Prozent der Anteile von Healthineers zu verkaufen, um den Streubesitz zu erhöhen und die Attraktivität des Unternehmens an der Börse zu steigern.


