Siemens setzt auf digitale Plattform Xcelerator
Offenheit und Partnerschaften sollen das Wachstum des Technologiekonzerns vorantreiben

Siemens hat mit der Technologieplattform Xcelerator eine digitale Lösung entwickelt, die sowohl eigene als auch fremde Produkte auf einer Plattform bündelt und verkauft. Nach der Startphase wird nun die Skalierung der Plattform angestrebt, um die Zahl der Partner, Produkte und Geschäfte signifikant zu erhöhen. Aktuell sind bereits 400 Partner und 900 Angebote auf dem Xcelerator vertreten. Besonders Software-Module sind bereits breit verfügbar und digital zu erwerben. Kundenresonanz, besonders in Märkten wie China und Indien, sei positiv. Siemens sieht die Plattform als Schlüssel zu einer umfassenden Transformation des Unternehmens.
Ein zentrales Element der Strategie ist die offene Schnittstellenpolitik, die es Partnern erlaubt, ihre eigenen Anwendungen an Siemens-Systeme anzudocken und ein lebendiges Ökosystem zu schaffen. Siemens-Mobility-Chef Michael Peter betont, dass offene Schnittstellen die Innovationszyklen beschleunigen können. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz des Xcelerators bei der Münchener S-Bahn, die neben Siemens-Software auch eigene IT-Lösungen und Drittanbieter-Apps integrieren möchte. Siemens hofft langfristig auf zusätzliche Einnahmen, etwa durch Provisionen für Lösungen, die über die Plattform verkauft werden.
Der Erfolg des Xcelerators hängt maßgeblich von der Skalierung ab. Die Plattform muss rasch wachsen und viele Marktteilnehmer anziehen, während die Profitabilität zunächst im Hintergrund steht. Siemens plant, den Anteil von Software und digitalen Dienstleistungen am Gesamtumsatz des Unternehmens langfristig auf etwa 20 Prozent zu steigern. Derzeit ist dieser Anteil noch unter zehn Prozent. Trotz des positiven Feedbacks der Kunden birgt der Wandel zum Digitalunternehmen für Siemens auch Herausforderungen, vor allem im Hinblick auf interne Prozesse.
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Zur AktienanalysePhil Carter, Vice President der IDC, warnt, dass der Xcelerator eine grundlegende Veränderung der Vertriebsorganisation und der Unternehmenskultur erfordert. Die Bereitschaft zur Offenheit und Kooperation innerhalb des Ökosystems müsse gestärkt werden. Bettina Tratz-Ryan von der Gartner-Managementberatung unterstreicht, dass Siemens klare Ziele kommunizieren und einen Mentalitätswandel vollziehen müsse, um langfristig als digitaler Marktführer wahrgenommen zu werden. Der Aufbau von Plattformen wie dem Xcelerator ist ein langfristiges Projekt, das Geduld erfordert.


