Silberpreis erreicht historischen Höchststand
Nachfrage nach sicheren Anlagen und Industriebeschäft treibt Edelmetall auf Rekordniveau

Silber hat einen neuen Rekordwert erreicht und profitiert dabei deutlich von der anhaltenden Rally des Goldpreises. Der Preis für Feinunze Silber stieg auf 49,57 US-Dollar und markierte damit ein Allzeithoch. Seit Jahresbeginn hat das Metall rund 70 Prozent an Wert gewonnen und steuert auf das stärkste Jahresergebnis seit 2010 zu. Der Preisanstieg wird durch die wachsende Nachfrage nach Sachwerten in einem Umfeld geopolitischer Unsicherheiten und konjunktureller Risiken getrieben. Zudem erwarten Investoren weitere Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten, was die Attraktivität von Edelmetallen zusätzlich erhöht.
Gold, das traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, überschritt erstmals die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze. Auch Kupfer erreichte ein 16-Monats-Hoch. Analysten verweisen darauf, dass viele Privatanleger derzeit ebenfalls auf Silber als Wertaufbewahrungsmittel setzen, was die Nachfrage und damit den Preis weiter stütze. Zain Vawda von MarketPulse erwartet, dass der Silberpreis bei anhaltender Angebotsknappheit und starker industrieller Nachfrage in den kommenden sechs Monaten auf bis zu 55 Dollar je Unze steigen könnte.
Eine zusätzliche Preisstütze entsteht durch die angespannte Liquidität auf dem Londoner Spotmarkt, einem der wichtigsten Umschlagplätze für physisches Silber. In diesem Jahr kam es zu massiven Abflüssen in die von der COMEX betriebenen Lagerhäuser in den USA. Hintergrund waren zunächst Befürchtungen, dass amerikanische Importzölle auch Silber treffen könnten. Diese blieben zwar aus, führten aber zu deutlichen Preisunterschieden zwischen dem Londoner Spotmarkt und den New Yorker Futures-Kontrakten. Laut HSBC-Analyst James Steel sorgte der Preisaufschlag in New York dafür, dass Händler Silberbestände in die USA verlagerten.
Die Aufnahme von Silber in einen Entwurf der US-Liste kritischer Mineralien hat erneut Spekulationen über mögliche Handelsbeschränkungen ausgelöst. Dadurch erreichten die Lagerbestände der COMEX in der vergangenen Woche ein Rekordniveau. In den Londoner Tresoren lagen Ende September 24.581 Tonnen Silber im Wert von 36,5 Milliarden Dollar, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat.
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Zur AktienanalyseDas Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Während im April noch 105 Unzen Silber nötig waren, um eine Unze Gold zu kaufen, sind es derzeit 82. Silber hat damit gegenüber Gold deutlich aufgeholt. Laut Matthew Piggott von Metals Focus dürfte sich dieser Trend fortsetzen, und der Silberpreis könnte 2026 die Marke von 60 Dollar überschreiten. Die steigende Nachfrage aus Technologien wie Photovoltaik, Elektronik und Elektromobilität trägt zusätzlich zu dieser Entwicklung bei. Auch Zuflüsse in physisch hinterlegte Silber-ETFs haben in diesem Jahr stark zugenommen, unterstützt durch eine hohe industrielle Nachfrage, insbesondere aus China.


