Silicon-Valley-Mitarbeiter verkaufen ihre Start-up-Aktien
Beschäftigte werden angesichts von Stellenstreichungen und eines ins Stocken geratenen IPO-Marktes gezwungen, ihre Aktien mit starken Abschlägen abzustoßen

Nach einer Welle von Arbeitsplatzverlusten versuchen die Beschäftigten im Silicon Valley, ihre Anteile an Tech-Start-ups durch private Aktienverkäufe zu veräußern, was zu einem weiteren Rückgang der Bewertungen beiträgt.
Da die einstigen Lieblinge der Branche wie Klarna und Stripe zu drastischen Kostensenkungsmaßnahmen gezwungen wurden, überschwemmen die Mitarbeiter angeschlagener Tech-Unternehmen Berichten zufolge die Sekundärmärkte, auf denen die Anteilseigner eines privaten Unternehmens Aktien an Dritte verkaufen.
Die 60-tägige Sperrfrist für die Aktien vieler entlassener Mitarbeiter zwingt sie, während der größten Wirtschaftskrise seit zehn Jahren zu verkaufen. Makler berichten, dass mehrere Unternehmen vorschlagen, diese Frist zu verlängern, aber einige Verkäufer/innen wollen ihre Aktien liquidieren, weil sie glauben, dass sich der Marktabsturz im nächsten Jahr verschlimmern wird.
Bei vielen digitalen Start-ups sinken die Preise, weil es immer mehr Verkäufer gibt, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass die Bewertungen junger Unternehmen branchenweit zurückgesetzt werden, da steigende Zinsen und angeschlagene börsennotierte Technologiewerte ihren Weg auf die privaten Märkte finden.
Für viele Start-ups ist es aufgrund des Weges schwieriger geworden, einen aktuellen Preis zu bestimmen. Nur wenige Unternehmen haben in diesem Jahr Geld von Risikokapitalgebern aufgenommen, weil sie befürchteten, eine niedrigere Bewertung akzeptieren zu müssen. Daher gibt es nur wenige zuverlässige Indikatoren dafür, wie sich die allgemeine Rezession auf sie ausgewirkt hat.
Allerdings sind die informellen privaten Sekundärmärkte, die von Händlern wie Rainmaker bearbeitet werden, häufig recht illiquide, was die Ermittlung eines genauen "Markt"-Werts erschwert.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseEin Risikokapitalfondsmanager aus dem Silicon Valley behauptete, dass sich in diesem Monat die Angebote für Investitionen in Unternehmen durch Sekundärverkäufe von Aktien verzehnfacht hätten.
Mehrere Multimilliarden-Dollar-Unternehmen, darunter die Finanzunternehmen Klarna, Chime und Stripe, der E-Commerce-Riese Instacart und das autonome Lieferunternehmen Nuro, haben in den vergangenen zwei Monaten 10 bis 30 % ihrer Belegschaft abgebaut. Sie taten es bekannten Internetunternehmen gleich: In den letzten Wochen gaben sowohl Amazon als auch die Facebook-Muttergesellschaft Meta bekannt, dass sie mehr als 10.000 Stellen streichen wollen.


