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Siliziumwerk in der Krise: Strompreis bedroht Existenz

Das einzige deutsche Siliziumwerk in der Krise - wie die Politik Industrieunternehmen helfen könnte

Siliziumwerk in der Krise: Strompreis bedroht Existenz

Deutschlands einziges Werk für Rohsilizium befindet sich in der Krise. Das Werk in Pocking, Niederbayern, produziert aufgrund der hohen Stromkosten nur auf Sparflamme und hat im Januar und Februar komplett stillgestanden. Die RW Silicium GmbH, auch Rottwerk genannt, verarbeitet Quarz aus dem Bayerischen Wald, Tschechien und Österreich, um daraus Silizium zu erzeugen, das bei der Herstellung von Solarzellen, Mikrochips, Silikonen und Aluminiumlegierungen verwendet wird. Strom macht dabei die Hälfte der Herstellungskosten aus, was laut Geschäftsführer Stefan Bauer die Wettbewerbsfähigkeit des Werks gegenüber der Konkurrenz in Frankreich beeinträchtigt.

Bauer fordert die Einführung eines Industriestrompreises in Deutschland, um die Zukunft des Werks und damit die Jobs von 120 Mitarbeitern zu sichern. Auch die Industriegewerkschaften sehen wegen der hohen Strompreise in Deutschland Hunderttausende von Arbeitsplätzen in Gefahr, insbesondere in der Stahl-, Chemie- und Baustoffindustrie. Einige Bundesländer, darunter Sachsen-Anhalt, dringen ebenfalls auf die Einführung eines günstigeren Strompreises für die Industrie, um Investitionssicherheit zu schaffen und Arbeitsplätze zu erhalten.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat bereits angekündigt, ein Konzept für einen Industriestrompreis vorzulegen. Die Bundesregierung hat ein Interesse daran, sich nicht von Importen abhängig zu machen, da China bereits der größte Hersteller von Silizium ist und den Weltmarkt dominiert. Für die Mitarbeiter des Rottwerks sind diese Pläne jedoch nur ein Hoffnungsschimmer, denn sie bangen um ihre Existenz. Der Elektriker und Betriebsratsvorsitzende Gerhard Leitner betont, dass es bei der Krise des Werks auch um Existenzen geht und dass er nach 30 Jahren Arbeit im Rottwerk hier auch in Rente gehen möchte.

Immerhin gibt es seit März wieder Arbeit mit reduzierter Stundenzahl, was die Belegschaft hoffen lässt, dass bald nicht nur Ofen "Frieder", sondern auch die anderen drei Öfen namens "Sepp", "Stephan" und "Detlef" wieder hochgefahren werden können. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Forderungen nach einem Industriestrompreis in Deutschland umgesetzt werden können und ob das Rottwerk die Krise überwinden kann.

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