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Situational Awareness: KI-Hedgefonds musste Portfolio an Citadel verkaufen

Neue 13F-Pflichtmitteilung enthüllt, wie Leopold Aschenbrenners Fonds massiv in KI-Aktien investierte – kurz vor dem großen Absturz.

Situational Awareness: KI-Hedgefonds musste Portfolio an Citadel verkaufen

Der Hedgefonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner hatte kurz vor dem KI-Ausverkauf im Juli massiv in eine Gruppe von KI-Infrastruktur-Aktien investiert. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte 13F-Pflichtmitteilung. Die fünf größten offengelegten Aktienpositionen des Fonds waren Ende Juni Sandisk, Micron Technology, Bloom Energy, Taiwan Semiconductor Manufacturing und die Nebius Group – allesamt Werte, die im darauffolgenden Monat schwer unter Druck gerieten.

Als der KI-Trend im Juli abrupt drehte, wurden alle fünf Positionen massiv abgestraft. Sandisk, die mit 5,7 Milliarden US-Dollar größte in den USA gelistete Position des Fonds, brach um fast 47 Prozent ein. Micron Technology, mit 5,6 Milliarden Dollar dicht dahinter, verlor fast 29 Prozent. Bloom Energy gab um 32 Prozent nach, Taiwan Semiconductor büßte 15 Prozent ein und Nebius Group brach um 31 Prozent ein.

Strategie auf KI-Infrastruktur ausgerichtet

Situational Awareness hatte seine Anlagestrategie auf einem der heißesten Trends an der Wall Street aufgebaut: dem Besitz von Unternehmen, die Speicherchips, Rechenzentren, Strom und andere für den KI-Boom erforderliche Infrastruktur bereitstellen. Gleichzeitig wettete der Fonds gegen Softwareunternehmen, die Aschenbrenner als anfällig für Disruptionen durch KI selbst betrachtete. Diese Strategie funktionierte über weite Strecken der kurzen Geschichte des Fonds spektakulär gut.

Vor dem Rückgang im Juli hatte Situational Awareness seit seiner Auflegung Gewinne von mehr als 1.000 Prozent erzielt, wie das Wall Street Journal im Juni berichtete. Zu seinem Höchststand Anfang dieses Sommers verwaltete der Fonds ein Vermögen von rund 45 Milliarden US-Dollar – eine beeindruckende Größenordnung für einen vergleichsweise jungen Hedgefonds.

Liquiditätsengpass zwingt zu Notverkauf an Citadel

Die plötzliche Kehrtwende bei vielen seiner größten Aktienwetten brachte den Fonds in ernsthafte Schwierigkeiten. Verstärkt durch Verluste auf der anderen Seite des Portfolios und den Einsatz von Hebeln entstand schnell ein Liquiditätsengpass. Der Fonds sah sich gezwungen, einen Großteil seines Portfolios an börsennotierten Aktien an Citadel zu veräußern – den Hedgefonds von Ken Griffin, einem der mächtigsten Akteure der Finanzbranche.

Neben den fünf Hauptpositionen hielt Situational Awareness auch 745 Millionen US-Dollar an CoreWeave, einem weiteren Unternehmen aus dem Bereich der KI-Infrastruktur, das ebenfalls von der Talfahrt im Juli erfasst wurde. Auch stark betroffene Titel wie SK Hynix gehörten zu den gehebelten Aktienwetten, die mit einem Abschlag an Citadel veräußert wurden. Bis zum 30. Juli waren die Bestände des Fonds auf rund 10 Milliarden US-Dollar gesunken – ein drastischer Rückgang gegenüber dem Höchststand von 45 Milliarden Dollar.

Die 13F-Mitteilung, die in den USA für institutionelle Anleger mit einem verwalteten Vermögen von über 100 Millionen Dollar Pflicht ist, erfasst lediglich die zum 30. Juni gehaltenen, in den USA börsennotierten Long-Positionen. Sie liefert daher kein vollständiges Bild der Risikopositionen von Situational Awareness oder der Geschäfte, die letztlich zu den Verlusten führten. Für deutsche Anleger verdeutlicht der Fall eindrücklich, welche Risiken konzentrierte, gehebelte Wetten auf einen einzelnen Trend – selbst bei anfänglich spektakulären Gewinnen – mit sich bringen können.

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