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SK Hynix: KI-Rallye von 250% könnte erst halbiert sein

Analysten sehen trotz des enormen Kursanstiegs des südkoreanischen Speicherchip-Riesen weiteres Aufwärtspotenzial durch die KI-Nachfrage.

SK Hynix: KI-Rallye von 250% könnte erst halbiert sein

SK Hynix hat in diesem Jahr einen bemerkenswerten Kursanstieg von mehr als 250% verzeichnet – und dennoch glauben Analysten, dass die Rallye noch lange nicht vorbei ist. Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller profitiert massiv vom weltweiten Boom bei künstlicher Intelligenz und der damit verbundenen Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) für KI-Server. Der starke Anstieg trieb die Marktkapitalisierung von SK Hynix auf über eine Billion US-Dollar.

Peter Kim, globaler Investmentstratege bei KB Securities, äußerte sich gegenüber CNBC optimistisch: „Es scheint, dass die Fundamentaldaten und Bewertungen der beiden ‚Twin Towers' immer noch sehr intakt sind." Mit den „Twin Towers" meinte Kim SK Hynix und den Konkurrenten Samsung Electronics. Trotz der enormen Kursgewinne sieht Kim die Bewertungen als weiterhin attraktiv an – ein ungewöhnliches Bild nach einer solchen Rallye.

Der Grund für diese Einschätzung liegt in der Dynamik der Gewinnschätzungen. „Tatsächlich ist es erstaunlich, dass die Bewertung günstiger wird, da die Rate der Gewinnanpassungen durch Analysten den Aktienkurs tatsächlich übertrifft", erklärte Kim. Im Vergleich: Der US-Speicherriese Micron Technology wird auf Basis von Analystenschätzungen mit etwa dem Zwölffachen des Gewinns gehandelt, während SK Hynix und Samsung lediglich beim Sechs- bis Siebenfachen liegen.

Erst die Hälfte der Rallye erreicht?

Kim zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: „Wenn man den Aktienkurs betrachtet, sieht es viel aus, aber wenn man die Bewertungsgrundlagen heranzieht, würde ich sagen, dass wir noch nicht einmal die Hälfte dieser unglaublichen Rallye hinter uns haben." Diese Aussage dürfte für viele Anleger überraschend klingen, die nach dem massiven Kursanstieg bereits eine Überhitzung befürchten.

Ähnlich bullish äußerte sich Dan Ives, Analyst bei Wedbush Securities. Er beschrieb den aktuellen KI-Boom als erst im „dritten Inning eines Neun-Inning-Spiels" befindlich – ein Baseball-Vergleich, der verdeutlicht, wie früh sich der Zyklus seiner Meinung nach noch befindet. „Die KI-Revolution läuft auf Hochtouren", schrieb Ives und betonte, dass die Nachfrage nach HBM-, DRAM- und NAND-Speichern „nie dagewesene Niveaus" erreicht habe.

Ives bezeichnete SK Hynix als „Kernprofiteuer dieses Speicher-Superzyklus" und als „eine der wichtigsten KI-Wetten am heutigen Markt". Er begründete dies damit, dass die Wall Street „die Dauer und das Ausmaß dieses Zyklus immer noch erheblich unterschätzt". Die Chipnachfrage übersteige weiterhin das Angebot, da Cloud-Giganten ihre Ausgaben für KI-Infrastruktur beschleunigen – die Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne sollen voraussichtlich rund 725 Milliarden US-Dollar erreichen.

Konzentrationsrisiken im koreanischen Markt

Nicht alle Beobachter sind uneingeschränkt optimistisch. Ein wachsendes Thema ist das Konzentrationsrisiko im südkoreanischen Aktienmarkt: Samsung Electronics und SK Hynix machen zusammen mehr als 40% des koreanischen Leitindex Kospi aus. Dies schürt Sorgen, dass der Markt anfälliger für Risiken wie Lieferkettenunterbrechungen oder eine Verlangsamung der weltweiten Rechenzentrumsinvestitionen werden könnte.

Kim räumte ein, dass der Markt zu einer „sehr polarisierten Situation" geworden sei, in der eine Handvoll KI-bezogener Aktien einen überproportionalen Einfluss auf die Performance des Index ausübe. Das klassische Risiko, das Halbleiter-Aufwärtszyklen beendet – nämlich Überkapazitäten –, sieht er jedoch erst in einigen Jahren als relevant an: „Es wird mindestens ein paar Jahre dauern, bis diese Kapazitäten aufgebaut sind."

Philip Wool, leitender Portfoliomanager bei Rayliant Global Advisors, hält zwar weiterhin Positionen in SK Hynix, Samsung Electronics und TSMC, warnt aber vor gestiegenen Erwartungen. „Der KI-Enthusiasmus, der zuvor hauptsächlich ein Phänomen der entwickelten Märkte war, ist nun offensichtlich auf die Schwellenländer übergeschwappt", sagte Wool. Er betonte, dass Aktien wie SK Hynix nun vor einer „höheren Hürde für eine Outperformance" stünden, da Anleger zunehmend davon ausgehen, dass die außergewöhnlich hohen KI-bezogenen Investitionsausgaben anhalten werden.

Für deutsche Privatanleger, die den globalen KI-Chip-Boom verfolgen, bleibt SK Hynix damit eine der meistdiskutierten Aktien im Halbleitersektor – mit erheblichem Potenzial, aber auch wachsenden Risiken durch Marktkonzentration und hohe Erwartungen.

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