SK Hynix und Samsung: Massiver Ausverkauf bei Chip-Aktien in Asien
Südkoreanische und japanische Halbleiteraktien brechen massiv ein – SK Hynix verliert über 13%, Samsung über 12%.

Südkoreanische Halbleiteraktien haben am Dienstag einen massiven Ausverkauf erlebt. SK Hynix stürzte um mehr als 13% ab, Samsung Electronics gab über 12% nach. Der Einbruch setzt die Talfahrt der Chip-Hersteller fort, die durch eine erneut schwache Sitzung an der Wall Street ausgelöst wurde.
Auch andere südkoreanische Titel mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) verzeichneten starke Verluste. Samsung SDI sank um über 10%, LG Innotek verlor fast 18%, Seoul Semiconductor fiel um rund 7% und LG Chem büßte mehr als 6% ein. Der Ausverkauf traf damit nahezu die gesamte koreanische Technologiebranche.
Auch Japan und Taiwan im Sog der Schwäche
Japanische Chip-Werte blieben von der Talfahrt nicht verschont. Tokyo Electron fiel um fast 11%, Advantest sank um über 10%. Der japanische Speicherhersteller Kioxia verzeichnete mit einem Minus von mehr als 18% den stärksten Rückgang. Die SoftBank Group, ein wichtiger Stellvertreter für KI-Investitionen durch ihre Beteiligung an Arm, gab um 6,3% nach. TSMC aus Taiwan verzeichnete ein Minus von 2,9%.
Auch in China spürten Anleger den Druck: Der technologielastige ChiNext 300 Index in Festlandchina sank um 4,7%, während der Hang Seng China Semiconductor Chips Index um 5% nachgab.
Der Ausverkauf in Asien folgte auf eine weitere schwache Sitzung für US-Halbleiteraktien am Montag. Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) verlor mehr als 2% und weitete damit seine Verluste vom Freitag aus. AMD und Teradyne fielen um 5% beziehungsweise 4%, Micron Technology büßte etwa 2% ein.
Enge Verflechtung mit dem US-KI-Handel
Die Schwäche unterstreicht, wie eng asiatische Technologieaktien und der US-KI-Handel mittlerweile miteinander verflochten sind. Samsung Electronics und SK Hynix gehören zu den weltweit größten Anbietern von Speicherchips mit hoher Bandbreite (High Bandwidth Memory, HBM), die in KI-Servern eingesetzt werden. Dies macht ihre Aktien besonders anfällig für Verschiebungen bei den Erwartungen bezüglich der Ausgaben von US-Hyperscalern.
Owen Lamont, Senior Vice President bei Acadian Asset Management, erklärte gegenüber CNBC, dass die starken Schwankungen bei SK Hynix die Unsicherheit rund um den KI-Investitionszyklus widerspiegelten. „Im Moment stehen wir vor einer unglaublichen Ungewissheit", sagte er. „Niemand hat eine Vorstellung davon, wie dieser KI-Prozess unsere Wirtschaft beeinflussen wird, und deshalb denke ich, dass es in jedem Fall holprig werden wird."
Lamont wies zudem darauf hin, dass gehebelte börsengehandelte Produkte (ETFs) die Marktschwankungen verstärken könnten. „Ganz allgemein tragen das gesamte Ökosystem gehebelter ETFs in Korea, aber auch in Hongkong und den Vereinigten Staaten, möglicherweise zur Volatilität bei und vergrößern die Marktschwankungen", so der Experte.
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Zur AktienanalyseChinas Ambitionen und Sorgen um Speicherpreise
Sundeep Gantori, Chief Investment Officer für Aktien bei Standard Chartered, nannte zwei weitere Gründe für den Ausverkauf. Zum einen hätten jüngste Medienberichte Chinas Ambitionen bei Speicherchips und Lithografieanlagen hervorgehoben, was die Stimmung gegenüber Halbleiteraktien belastet habe. Zum anderen hätten Analystenberichte über einen möglichen Höchststand der Speicherpreise im Jahr 2027 für Druck gesorgt.
Dennoch zeigte sich Gantori langfristig optimistisch: „Die Marktchancen sind nach wie vor groß genug, damit mehrere Akteure profitieren und koexistieren können." Standard Chartered geht davon aus, dass die Speicherpreise im nächsten Jahr ihren Höhepunkt erreichen werden. Gantori ergänzte: „Was zählt, ist das Risiko-Rendite-Verhältnis, und bei den aktuellen Bewertungen hat sich dieses verbessert."


