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Slate Auto: Elektro-Pickup ohne Radio für unter 25.000 Dollar

Das von Jeff Bezos unterstützte Startup Slate Auto will noch 2025 einen spartanischen Elektro-Pickup für unter 25.000 Dollar auf den Markt bringen.

Slate Auto: Elektro-Pickup ohne Radio für unter 25.000 Dollar

Ein neues US-Automobilstartup wagt einen ungewöhnlichen Vorstoß: Slate Auto aus Michigan will einen zweisitzigen, vollelektrischen Pickup-Truck auf den Markt bringen – mit Kurbelfenstern, ohne Radio und zu einem Einstiegspreis von 24.950 Dollar. Das Unternehmen setzt damit auf eine wachsende Frustration amerikanischer Autokäufer über immer höhere Fahrzeugpreise.

Hinter dem Projekt steht prominentes Kapital: Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört zu den Unterstützern des in Michigan ansässigen Herstellers. Slate Auto gab am Mittwoch bekannt, noch in diesem Jahr mit der Serienproduktion beginnen zu wollen. Das Fahrzeug soll bewusst einfach gehalten sein – ein Ansatz, der in der modernen Automobilindustrie kaum noch zu finden ist.

Ein Markt ohne günstige Alternativen

Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: Amerikanische Autokäufer haben derzeit lediglich acht Neufahrzeugmodelle zur Auswahl, die unter der Marke von 25.000 Dollar angeboten werden. Kompakte Pickup-Trucks, wie Slate sie plant, sind seit mehr als einem Jahrzehnt praktisch von den US-Straßen verschwunden. Die großen Automobilhersteller haben sich in den vergangenen Jahren konsequent auf größere, margenstarke Modelle konzentriert.

Die etablierten Hersteller warnen derweil, dass es schwierig – wenn nicht gar unmöglich – sei, mit Fahrzeugen in dieser Preisklasse nennenswerte Gewinne zu erzielen. Genau hier setzt Slate Auto an: Das Unternehmen glaubt, durch konsequente Sparsamkeit bei der Ausstattung einen wirtschaftlich tragfähigen Weg zu finden.

Peter Faricy, Chief Executive von Slate Auto, zeigte sich überzeugt von der Strategie: „Ein US-Automobilhersteller kann ein erschwingliches Fahrzeug bauen – und nicht nur ein erschwingliches Fahrzeug, sondern ein erschwingliches Fahrzeug, das die Menschen lieben." Diese Aussage fasst den Kerngedanken des Unternehmens zusammen: Verzicht als Tugend, nicht als Schwäche.

Spartanisches Konzept als Geschäftsmodell

Das Konzept erinnert an frühere Jahrzehnte der Automobilgeschichte, als Basismodelle tatsächlich noch als solche verkauft wurden – ohne Infotainmentsysteme, ohne elektrische Fensterheber, ohne die zahlreichen Komfortfunktionen, die moderne Fahrzeuge teuer machen. Slate Auto kehrt bewusst zu diesem Prinzip zurück und richtet sich damit an Käufer, die Funktionalität über Ausstattung stellen.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist das Projekt aus mehreren Gründen interessant: Es zeigt, dass der US-Elektrofahrzeugmarkt jenseits von Tesla und den großen Konzernen noch Raum für neue Konzepte bietet. Gleichzeitig verdeutlicht es, wie stark der Preisdruck auf Verbraucher in den USA geworden ist – ein Trend, der auch hierzulande die Automobilbranche beschäftigt.

Ob das Konzept aufgeht, wird sich zeigen, sobald die Produktion anläuft. Die zentrale Frage bleibt: Sind genug Käufer bereit, auf Komfort zu verzichten, um beim Preis zu sparen? Slate Auto setzt darauf, dass die Antwort Ja lautet.

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