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SMA Solar kämpft gegen Krise und Stellenabbau

Preisdruck aus China und sinkende Nachfrage belasten den letzten deutschen Solarkonzern

SMA Solar kämpft gegen Krise und Stellenabbau

Der deutsche Solarkonzern SMA Solar, mit Sitz in Niestetal bei Kassel, sieht sich in einer ernsten Krise. Aufgrund eines verschärften Marktumfeldes und der starken Konkurrenz aus China, die aggressive Preise auf dem Markt für Wechselrichter setzt, verzeichnet das Unternehmen seit geraumer Zeit sinkende Gewinne. SMA Solar sah sich nun gezwungen, die Prognose für das Geschäftsjahr zum zweiten Mal herabzusetzen und eine Umstrukturierung anzukündigen. Diese umfasst einen weltweiten Stellenabbau von insgesamt 1100 Arbeitsplätzen, wovon zwei Drittel in Deutschland betroffen sind. Grund hierfür sind eine sinkende Nachfrage im Solarmarkt und Wertminderungen im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms in Höhe von bis zu 140 Millionen Euro.

Die schwierige Marktsituation führte bereits in den ersten neun Monaten zu erheblichen Verlusten, insbesondere im Bereich „Home Solutions“. Das Segment, das Wechselrichter für den Privatmarkt herstellt, verzeichnete ein Minus von 46,6 Millionen Euro, im Gegensatz zu einem operativen Gewinn von 137 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch der Bereich für gewerbliche und industrielle Kunden ist betroffen, hier steht einem Gewinn von 15,8 Millionen Euro im Jahr 2023 ein aktueller Verlust von 77,2 Millionen Euro gegenüber. Das Jahresergebnis könnte laut dem Unternehmen zwischen minus 50 und minus 100 Millionen Euro liegen.

Die Entwicklungen kommen nicht unerwartet: Bereits im Sommer 2024 gab SMA Solar eine erste Gewinnwarnung aus und kündigte Ende August ein Sparprogramm an, um das Unternehmen schlanker und effizienter aufzustellen. Die Solarbranche steht unter starkem Druck, und steigende Zinsen, Inflation sowie Unsicherheiten auf dem US-Markt verstärken die Herausforderung. Laut Brancheninsidern leiden europäische Hersteller wie SMA besonders unter dem Preisdruck aus China, wo Produkte zunehmend günstiger angeboten werden. Wechselrichter des chinesischen Herstellers Huawei sind mittlerweile etwa 50 Prozent preiswerter als die von SMA angebotenen Modelle.

Die Preissenkungen bei Wechselrichtern stellen für SMA Solar eine erhebliche Belastung dar. Innerhalb eines Jahres ist der Preis pro Kilowattpeak um 36 Prozent gefallen, was für den Verbraucher zwar positiv ist, das Unternehmen jedoch vor massive finanzielle Herausforderungen stellt. Die jetzige Krise erinnert an die Marktlage von 2012, als die Nachfrage nach Solaranlagen in Deutschland aufgrund reduzierter Subventionen dramatisch einbrach und mehrere deutsche Solarunternehmen Insolvenz anmelden mussten.

SMA Solar hat sich bislang durch Restrukturierungen immer wieder behaupten können, doch das Segment „Home Solutions“ verzeichnet erstmals seit sechs Jahren Verluste. Im Großkundengeschäft hingegen konnte das Unternehmen das operative Ergebnis von 47,3 Millionen Euro auf 154,4 Millionen Euro verdreifachen. Anfang 2025 soll eine neue Fabrik in Niestetal die Produktionskapazitäten weiter verdoppeln, was möglicherweise einen Weg aus der Krise ebnen könnte.

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