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SNB hält Leitzins bei null und droht mit Franken-Interventionen

Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins bei null Prozent und bekräftigt ihre Bereitschaft zur Devisenmarktintervention – trotz geopolitischer Entspannung.

SNB hält Leitzins bei null und droht mit Franken-Interventionen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins unverändert bei null Prozent belassen und gleichzeitig unmissverständlich klargestellt: Die Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, bleibt bestehen. SNB-Präsident Martin Schlegel und seine Kollegen bekräftigten, dass sie den Schweizer Franken bei Bedarf verkaufen würden, um eine unerwünschte Aufwertung der Währung zu verhindern.

Bemerkenswert ist dabei die Botschaft an die Märkte: Ein mögliches Friedensabkommen im Nahen Osten habe nichts an der grundsätzlichen Haltung der Nationalbank geändert. Anleger, die auf eine Lockerung der Interventionsbereitschaft gehofft hatten, werden damit enttäuscht. Die SNB signalisiert, dass geopolitische Entwicklungen allein keine Kurskorrektur in ihrer Währungspolitik auslösen.

Formulierung mit Bedacht gewählt

Die Währungshüter fügten ihrer Erklärung den Vorbehalt hinzu, Interventionen „bei Bedarf" durchzuführen. Diese Formulierung ist keine Neuheit – sie wurde von SNB-Vertretern seit dem Ausbruch des Iran-Krieges wiederholt verwendet. Mit der aktuellen Erklärung entwickelt die Nationalbank diese Sprachregelung jedoch gezielt weiter und verleiht ihr zusätzliches Gewicht.

Der Schweizer Franken gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten. In Phasen geopolitischer Unsicherheit – wie etwa bei Konflikten im Nahen Osten – tendieren Anleger weltweit dazu, in den Franken zu flüchten. Das treibt den Wechselkurs in die Höhe und belastet die exportorientierte Schweizer Wirtschaft, da Schweizer Produkte im Ausland teurer werden.

Interventionen als geldpolitisches Werkzeug

Devisenmarktinterventionen sind für die SNB ein etabliertes Instrument. Dabei verkauft die Nationalbank Franken und kauft Fremdwährungen, um den Aufwertungsdruck auf die eigene Währung zu dämpfen. Dieses Vorgehen unterscheidet die SNB von vielen anderen Zentralbanken, die sich primär auf den Leitzins als Steuerungsinstrument verlassen.

Der Leitzins bei null Prozent verdeutlicht zudem, dass der geldpolitische Spielraum der SNB nach unten begrenzt ist. Negative Zinsen, die die SNB in der Vergangenheit bereits eingesetzt hatte, sind zwar nicht ausgeschlossen, gelten aber als politisch und wirtschaftlich heikel. Die Kombination aus Nullzins und Interventionsbereitschaft zeigt, dass die SNB auf ein breites Instrumentarium setzt, um die Preisstabilität und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft zu sichern.

Für deutsche und europäische Anleger ist die SNB-Entscheidung von Bedeutung, da der Franken-Euro-Kurs ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Verflechtung der Schweiz mit der Eurozone ist. Eine starke Aufwertung des Frankens kann Handelsströme und Unternehmensgewinne auf beiden Seiten der Grenze beeinflussen. Die klare Haltung der SNB dürfte vorerst spekulativen Wetten auf einen deutlich stärkeren Franken einen Riegel vorschieben.

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