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SoftBank-Aktie fällt trotz Rekordgewinn wegen OpenAI-Risiken

Glänzende Quartalszahlen reichen nicht aus: Anleger bestrafen SoftBank für wachsendes OpenAI-Engagement und steigende Verschuldung.

SoftBank-Aktie fällt trotz Rekordgewinn wegen OpenAI-Risiken

Die Aktien der SoftBank Group Corp. (TYO: 9984) haben am Donnerstag in einem volatilen Handel nachgegeben – trotz eines beeindruckenden Quartalsgewinns. Das Papier fiel um knapp 4 Prozent auf 5.725,0 Yen und kehrte damit eine anfängliche Kursrally zu Beginn der Handelssitzung um. Der breite japanische Leitindex Nikkei 225 legte im gleichen Zeitraum um 0,2 Prozent zu.

Der Mischkonzern erzielte im vierten Quartal, das am 31. März endete, einen zurechenbaren Nettogewinn von 1,829 Billionen Yen (umgerechnet rund 11,61 Milliarden US-Dollar). Dieser Wert übertraf die Bloomberg-Konsensschätzungen von 295,2 Milliarden Yen bei Weitem und entspricht mehr als einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahresgewinn von 517,18 Milliarden Yen.

OpenAI-Beteiligung treibt Gewinn – und Sorgen

Der enorme Gewinnanstieg ist jedoch in erster Linie auf eine Wertsteigerung der SoftBank-Beteiligung an dem KI-Startup OpenAI zurückzuführen. Diese Beteiligung war Ende März mit 79,6 Milliarden US-Dollar bewertet und entspricht einem kumulierten Gewinn von 45 Milliarden US-Dollar auf die ursprüngliche Investition. Genau dieses konzentrierte Exposure gegenüber OpenAI verunsichert viele Anleger.

Zur Finanzierung seiner milliardenschweren Wette auf OpenAI hat SoftBank erhebliche Schulden aufgenommen. Aus einem ursprünglichen Überbrückungskredit in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar steht noch ein Saldo von 17,5 Milliarden US-Dollar aus. Die Kredite sind durch SoftBanks Beteiligungen am Chipdesigner Arm sowie an der Tochtergesellschaft SoftBank Corp. besichert. Im Geschäftsjahr 2025 sagte das Unternehmen OpenAI rund 30 Milliarden US-Dollar zu und verkaufte dafür unter anderem Anteile an Nvidia.

Zweifel an OpenAIs Marktposition wachsen

OpenAI sammelte im März Kapital bei einer Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar ein – ein deutlicher Sprung gegenüber der Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar aus einer Finanzierungsrunde im Oktober. Dennoch mehren sich die Zweifel an der Wettbewerbsposition des ChatGPT-Entwicklers. Ein Bericht des Wall Street Journal vom Ende April zeigte, dass OpenAI seine internen Ziele für wöchentliche Nutzer und Umsätze verfehlt hat.

Zudem verliert das Startup offenbar gegenüber Konkurrenten wie Anthropic sowie großen Technologiekonzernen wie Google an Boden. Diese haben in den vergangenen Monaten KI-Modelle veröffentlicht, die mit denen von OpenAI vergleichbar oder sogar leistungsfähiger sind. Kritik richtet sich auch an die Governance und die Ausgabenpläne von OpenAI: CEO Sam Altman hat das Unternehmen auf Ausgaben von rund 600 Milliarden US-Dollar für Rechenzentrumsinfrastruktur in den kommenden Jahren verpflichtet.

Ratingagentur und CEO mit unterschiedlichen Einschätzungen

S&P Global Ratings hatte den Ausblick für SoftBank bereits im März herabgestuft. Die Ratingagentur begründete dies damit, dass sich die Liquidität der Vermögenswerte, die Portfolioqualität und die finanzielle Kapazität des Unternehmens aufgrund der massiven OpenAI-Wette wahrscheinlich verschlechtern würden. Berichte deuten zudem auf einen möglichen Börsengang von OpenAI noch im laufenden Jahr hin.

SoftBank-CEO Masayoshi Son zeigt sich dagegen weitgehend optimistisch gegenüber OpenAI. Die milliardenschwere Investition spiegelt den von Son propagierten „All-out"-Ansatz des Konzerns bei der KI-Technologie wider. Ob diese Strategie langfristig aufgeht, werden die weitere Entwicklung von OpenAI und der gesamten KI-Branche zeigen.

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