Software-Aktien im Aufwind: Diese 6 Werte trotzen der KI-Bedrohung
Anleger wenden sich von Chip-Titeln ab und entdecken Software-Aktien neu – trotz verlangsamtem Wachstum bei den meisten Unternehmen.

Während Halbleiter-Aktien unter Druck geraten, erlebt der Software-Sektor eine bemerkenswerte Erholung. Anleger, die sich von Chip-Titeln trennen, richten ihren Blick neu auf Software-Unternehmen, die zuletzt durch Bedenken rund um künstliche Intelligenz belastet worden waren. Der Stimmungsumschwung zeigt sich in deutlichen Kursgewinnen bei einigen der bekanntesten Namen der Branche.
Zu den größten Gewinnern im S&P 500 zählten am Montag gleich vier prominente Software-Titel: Workday (WDAY), Autodesk (ADSK), Palantir Technologies (PLTR) und ServiceNow (NOW). Alle vier Aktien verzeichneten Kursgewinne von 7 % oder mehr an einem einzigen Handelstag – ein starkes Signal für das wiedererwachte Anlegerinteresse am Sektor.
Der breite Aufwärtstrend spiegelt sich auch in der ETF-Entwicklung wider. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) legte an diesem Tag um 3,3 % zu. Im direkten Vergleich dazu verlor der VanEck Semiconductor ETF (SMH) gleichzeitig 2,3 % – eine klare Rotation von Halbleitern hin zu Software.
KI als Bedrohung und Chance zugleich
Die Erholung der Software-Aktien ist vor dem Hintergrund einer anhaltenden Debatte zu sehen: Viele Marktteilnehmer hatten zuletzt die Frage gestellt, ob der Aufstieg generativer KI-Systeme traditionelle Softwareanbieter langfristig unter Druck setzen könnte. Diese Sorge hatte die Bewertungen zahlreicher Unternehmen belastet – und macht die aktuelle Gegenbewegung umso bedeutsamer.
Für die Mehrheit der Softwareunternehmen wird in den kommenden zwei Jahren allerdings ein verlangsamtes Umsatzwachstum erwartet. Das dämpft den Optimismus für den Sektor insgesamt. Nicht alle Unternehmen sind gleich gut aufgestellt, um der KI-Konkurrenz standzuhalten.
Oracle und DigitalOcean als Ausnahmen
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAus der Masse der Softwareanbieter stechen laut Marktbeobachtern zwei Namen besonders hervor: Oracle und DigitalOcean. Beide Unternehmen gelten als Ausnahmen vom allgemeinen Trend des verlangsamten Wachstums und werden als widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen durch künstliche Intelligenz eingestuft.
Die Rotation innerhalb des Technologiesektors verdeutlicht, wie differenziert Anleger derzeit vorgehen. Nicht mehr der gesamte Tech-Sektor wird pauschal gekauft oder verkauft – stattdessen suchen Investoren gezielt nach Unternehmen, die auch in einem von KI geprägten Umfeld nachhaltig wachsen können. Für deutsche Privatanleger, die in US-Technologiewerte investiert sind oder dies planen, unterstreicht die aktuelle Entwicklung die Bedeutung einer sorgfältigen Einzeltitelauswahl innerhalb des Software-Segments.


