Softwareaktien und Nahost-Spannungen belasten US-Aktienmärkte
Anleger meiden den Softwaresektor wegen KI-Risiken, während geopolitische Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran die Stimmung trüben.

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag leicht nachgegeben. Anleger wogen die jüngsten Unternehmensgewinne gegen einen belastenden geopolitischen Hintergrund ab, der von eskalierenden Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran geprägt ist. Besonders der Technologiesektor stand unter Druck – allen voran Softwareaktien, die zu den größten Verlierern im S&P 500 zählten.
Der Nasdaq Composite führte die Verluste mit einem Minus von 0,9 % an. Der S&P 500 fiel um 0,4 %, und der Dow Jones Industrial Average sank ebenfalls um 0,4 % bzw. rund 180 Punkte. Die Breite der Verluste verdeutlicht, wie stark die Kombination aus Sektorsorgen und geopolitischer Unsicherheit auf die Marktstimmung drückte.
Softwaresektor auf der Strafbank
Besonders hart traf es ServiceNow: Die Aktie des Cloud-Software-Unternehmens brach um 18 % ein, nachdem der Konzern seine Prognose für die operative Marge gesenkt hatte. Auch IBM enttäuschte die Anleger – das Unternehmen ließ seine Umsatzprognose unverändert, woraufhin die Aktie um 8,3 % absackte. Der iShares Expanded Tech Software ETF, ein börsengehandelter Fonds des Softwaresektors, erlitt seinen größten prozentualen Tagesverlust seit April 2025.
Hinter dem Ausverkauf steckt eine tiefere Skepsis der Anleger gegenüber dem gesamten Softwaresektor. Die Sorge: Werkzeuge der künstlichen Intelligenz könnten die Branche grundlegend verändern und klassische Softwaremodelle unter Druck setzen. „Alles, was mit Software oder SaaS im Allgemeinen zu tun hat, wird mit nach unten gezogen", sagte Clayton Allison, Portfoliomanager bei Prime Capital Financial, mit Verweis auf Software-as-a-Service. „Im Moment sitzt der Softwaresektor auf der Strafbank."
Tech-Schwergewichte unter Druck
Auch die großen Technologiekonzerne konnten sich dem negativen Trend nicht entziehen. Microsoft-Aktien schlossen 4 % tiefer, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, 7 % seiner Belegschaft Abfindungsangebote für ein freiwilliges Ausscheiden zu unterbreiten. Meta Platforms gab um 2,3 % nach, nachdem der Konzern die Entlassung von rund 8.000 Mitarbeitern bekanntgegeben hatte.
Tesla-Aktien fielen um 3,6 %, nachdem der Elektroautobauer Pläne vorstellte, in diesem Jahr 25 Milliarden US-Dollar in Investitionsausgaben zu stecken – mit dem Ziel, seine Ambitionen in den Bereichen KI und Robotik voranzutreiben. Die Ausgabenstrategie ist so aggressiv, dass ein Analystenteam sie als „Capexmaxxing" bezeichnete.
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Zur AktienanalyseGeopolitische Risiken rücken in den Fokus
Am Nachmittag rückte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wieder verstärkt in den Blickpunkt der Märkte. Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte in einer aufgezeichneten Erklärung, Israel sei bereit, die militärischen Operationen gegen den Iran zu eskalieren. US-Präsident Trump kündigte zudem an, er habe die Marine angewiesen, „jedes Boot zu beschießen und zu versenken", das Minen in der Straße von Hormus legt – einer lebenswichtigen Wasserstraße, um die USA und Iran ringen.
Die Straße von Hormus ist von enormer strategischer Bedeutung für den globalen Ölhandel. Eine weitere Eskalation in der Region könnte die Energiemärkte und damit auch die Weltwirtschaft empfindlich treffen – ein Risiko, das Anleger weltweit aufmerksam verfolgen.


