Solana auf Tiefstkurs: Kaufen, Verkaufen oder Halten?
SOL notiert auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2023 – rund 76 Prozent unter dem Januar-Hoch 2025.

Solana (SOL) kostet derzeit rund 64 US-Dollar und befindet sich damit auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2023. Gegenüber dem Allzeithoch vom Januar 2025 entspricht das einem Kursverlust von 76 Prozent. Anleger stellen sich angesichts dieser Entwicklung die entscheidende Frage: Ist Solana jetzt ein Kauf, ein Verkauf – oder sollte man einfach halten?
Der Rückgang von Solana ist kein Einzelphänomen. Seit Ende Mai wurden im gesamten Kryptosektor rund 250 Milliarden US-Dollar an Marktwert vernichtet. Das makroökonomische Umfeld belastet die Branche erheblich: Eine restriktive US-Notenbank Federal Reserve, die angesichts von Inflationssorgen rund um den US-Iran-Konflikt auf Kurs bleibt, sorgt für Unsicherheit – historisch gesehen ein schlechtes Umfeld für Kryptowährungen.
Hinzu kommt, dass der boomende Aktienmarkt für Künstliche Intelligenz und Halbleiterwerte die Risikobereitschaft der Anleger für Krypto deutlich gedämpft hat. Wer in vergleichsweise risikoärmeren Technologieaktien reichlich Aufwärtspotenzial sieht, hat wenig Anreiz, in volatile Digitalwährungen zu investieren.
Eigene Probleme verschärfen den Druck
Solana schleppt zusätzlich hausgemachte Probleme mit sich. Seit 2024 hat sich das Netzwerk zum sogenannten Meme-Coin-Casino der Kryptowelt entwickelt: Launchpad-Projekte erstellen Meme-Token, die darauf ausgelegt sind, beim letzten Käufer wertlos zu werden. Dieses Geschäftsmodell hat dem Ruf der Blockchain erheblich geschadet.
Besonders schwer wiegt ein Sicherheitsvorfall vom April: Drift, das größte dezentrale Finanzprotokoll (DeFi) auf Solana, verlor rund 285 Millionen US-Dollar durch einen Hackerangriff, der nordkoreanischen Akteuren zugeschrieben wird. Krypto-Insider warnen, dass solche Sicherheitslücken durch neue KI-Modelle, die auf Cyber-Intrusionen spezialisiert sind, künftig noch gravierender werden könnten.
Diese Kombination aus externem Druck und internen Schwächen hat dazu geführt, dass Solana – und der Kryptosektor insgesamt – in vielen Kreisen zum Synonym für Geldverluste durch Betrug, Diebstahl und massive Kursrisiken geworden ist.
Was spricht noch für Solana?
Trotz der zahlreichen Belastungsfaktoren ist Solana technologisch nicht abgeschrieben. Das Netzwerk weist den höchsten realen Durchsatz aller großen Blockchains auf und verarbeitete am 10. Juni 2025 über 1.800 Transaktionen pro Sekunde (TPS). Mit dem für dieses Jahr geplanten Alpenglow-Upgrade soll die Transaktionsfinalität auf einen Bruchteil einer Sekunde sinken.
Darüber hinaus findet auf Solana der Großteil des On-Chain-Handels mit tokenisierten Aktien im Kryptosektor statt. Allerdings hält Solana in diesem Segment lediglich 341,3 Millionen US-Dollar – bei einem globalen Aktienmarkt von rund 120 Billionen US-Dollar ist das kaum mehr als ein Rundungsfehler.
Ein strukturelles Problem bleibt bestehen: Die Netzwerkaktivität bereichert SOL-Halter nicht automatisch. Die Transaktionsgebühren betragen im Durchschnitt nur einen Bruchteil eines Cents, und nur ein Teil jeder Gebühr wird aus dem Umlauf genommen. Erst ein gewaltiges Aktivitätsvolumen würde den SOL-Preis nennenswert bewegen – und das noch bevor man die kontinuierliche Neuemission von Token berücksichtigt, die bestehende Halter im Laufe der Zeit leicht verwässert.
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Zur AktienanalyseStrategie für Anleger: Halten und abwarten
Für die meisten Anleger empfiehlt sich derzeit, an vorhandenen Beständen festzuhalten und die weitere Entwicklung abzuwarten. Wer bereits ein diversifiziertes Portfolio besitzt und einen weiteren Kursrückgang von 30 Prozent verkraften kann, könnte einen Zukauf in Betracht ziehen – allerdings nur mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren.
Die aktuelle Situation verdeutlicht einmal mehr die hohe Volatilität und die strukturellen Risiken im Kryptomarkt. Für deutsche Privatanleger gilt: Kryptowährungen wie Solana sollten allenfalls einen kleinen Teil eines gut diversifizierten Portfolios ausmachen – und nur mit Kapital, dessen vollständigen Verlust man sich leisten kann.


