Solarausbau in Deutschland schwächelt – Batteriespeicher boomen
Weniger neue Photovoltaikanlagen, aber ein massiver Zuwachs bei Batteriespeichern: Der deutsche Solarmarkt sendet gemischte Signale.

Der deutsche Solarmarkt zeigt im ersten Quartal 2025 ein zweigeteiltes Bild. Während der Zubau neuer Photovoltaikanlagen um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückging, legte der Ausbau von Batteriespeichern um zwei Drittel zu. Das geht aus Berechnungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur hervor.
Insgesamt wurden im ersten Quartal neue Solaranlagen mit einer Maximalleistung von 3,5 Gigawatt installiert. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Gebäudebereich aus: Im Heimsegment sank die neu installierte Leistung um 21 Prozent auf 0,85 Gigawatt, im gewerblichen Dachsegment sogar um 33 Prozent auf 0,6 Gigawatt. Auch bei Balkonkraftwerken – den günstigen Kleinstanlagen für Privatnutzer – gab es Bremsspuren: Der Zubau sank um sechs Prozent auf 0,09 Gigawatt.
Freiflächenanlagen feddern den Rückgang ab
Dass der Gesamtrückgang im Solarsektor nicht noch stärker ausfiel, ist dem Freiflächensegment zu verdanken. Dort stieg die neu installierte Maximalleistung um 20 Prozent auf 1,97 Gigawatt. Freiflächenanlagen sind zwar in der Anzahl geringer, dafür aber deutlich größer dimensioniert als Dach- oder Balkonanlagen.
Bei den Batteriespeichern wurden im ersten Quartal 2 Gigawattstunden an neuer Kapazität in Betrieb genommen. Der Gesamtbestand wuchs damit auf rund 28 Gigawattstunden, verteilt auf 2,5 Millionen Anlagen. Laut BSW-Solar entspricht diese Gesamtkapazität rechnerisch dem durchschnittlichen täglichen Stromverbrauch von rund 3 Millionen deutschen Haushalten.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der Großspeicher mit Kapazitäten über einer Megawattstunde. Mehr als die Hälfte des gesamten Speicherzubaus im ersten Quartal entfiel auf diese Kategorie – das entspricht beinahe einer Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr. Im Heimspeichersegment mit Kapazitäten zwischen 5 und 20 Kilowattstunden stagnierte der Zubau dagegen bei rund 0,74 Gigawatt.
Branchenverband warnt vor politischen Eingriffen
BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig schlägt angesichts der aktuellen Regierungspläne Alarm. Er warnt vor weiteren Kürzungen bei der Solarförderung und fordert, dass Batteriespeicher bei den kommenden Kraftwerksauktionen nicht durch ungeeignete Ausschreibungskriterien gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden dürfen.
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Zur AktienanalyseKörnig betont dabei den strategischen Wert beider Technologien: Batteriespeicher könnten witterungsbedingte Schwankungen bei der Solar- und Windstromproduktion ausgleichen und so die Versorgungssicherheit stärken. „Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den beliebtesten Energiepreisdämpfer der Bürgerinnen und Bürger", so Körnig.
Die aktuelle Energiekrise unterstreiche laut dem Verbandschef, wie wichtig ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien und Speicher sei, um Deutschland unabhängiger von teuren Energieimporten zu machen. Für die kommenden Wochen rechnet der BSW-Solar immerhin mit einer leichten Belebung der Nachfrage – getrieben durch die jüngste Energiekrise sowie Vorzieheffekte in Erwartung möglicher Förderkürzungen. Verlässliche Investitionsbedingungen könne das jedoch nicht ersetzen, betont der Verband.


