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South Carolina: Republikaner streiten über medizinisches Marihuana im Wahlkampf

Bei einer hitzigen TV-Debatte lieferten sich republikanische Kandidaten für das Amt des Generalstaatsanwalts heftige Wortgefechte über Cannabis-Legalisierung.

South Carolina: Republikaner streiten über medizinisches Marihuana im Wahlkampf

Vorwürfe der Lüge und mangelnder Parteitreue prägten am Mittwochabend eine oft hitzige Debatte zwischen den republikanischen Kandidaten für das Amt des Generalstaatsanwalts in South Carolina. Senator Stephen Goldfinch und David Pascoe, Staatsanwalt des ersten Bezirks, lieferten sich während der einstündigen, von SCETV moderierten und übertragenen Debatte häufig Wortgefechte. David Stumbo, Staatsanwalt des achten Bezirks, hielt sich dagegen weitgehend aus dem direkten Streit heraus.

Die drei Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Generalstaatsanwalt Alan Wilson, der für das Amt des Gouverneurs kandidiert. Die vorzeitige Stimmabgabe für die Wahl am 9. Juni begann bereits am Dienstag und wird an Wochentagen bis zum 5. Juni fortgesetzt. Der Sieger tritt im November gegen den einzigen demokratischen Bewerber, den Anwalt Richard Hricik aus Charleston, an.

Medizinisches Marihuana als zentrales Streitthema

Die deutlichste Trennlinie zwischen den Kandidaten ergab sich bei der Frage der Legalisierung von medizinischem Marihuana. Der Senat von South Carolina hat bereits zweimal entsprechende Gesetze verabschiedet, die die medizinische Verwendung von Cannabis bei bestimmten Krankheiten erlauben würden. Beide Entwürfe scheiterten jedoch im Repräsentantenhaus ohne eine Abstimmung im Plenum: 2022 wurden sie aufgrund einer technischen Entscheidung zu Beginn der Debatte verworfen, und 2024 lief die Zeit in den Ausschüssen ab, als die Sitzungsperiode endete.

Das Thema dürfte erneut an Fahrt gewinnen: Die Bundesregierung lockerte im April die Beschränkungen für medizinische Marihuanaprodukte in Bundesstaaten, in denen sie legal sind, und setzte für diesen Sommer Anhörungen zur Neueinstufung der Droge an. Staatsanwalt Pascoe begrüßte diesen Schritt ausdrücklich und hinterfragte, warum die Bundesregierung überhaupt so lange gebraucht habe. „Ich kann Ihnen sagen, es hilft Kindern mit Krampfanfällen absolut. Es hilft Krebspatienten, denn wir alle kennen solche Fälle in unserem Umfeld", sagte Pascoe. „Daher begrüße ich das Justizministerium für diese Neueinstufung."

Stumbo hingegen lehnte den Gesetzentwurf für medizinisches Marihuana klar ab. „Ich glaube, dass der Gesetzentwurf für medizinisches Marihuana derzeit nur ein Trojanisches Pferd für den Freizeitkonsum ist", sagte er. Goldfinch, der sowohl 2022 als auch 2024 für den sogenannten „Compassionate Care Act" gestimmt hatte – ein Gesetz, das Menschen mit schweren Erkrankungen den Konsum von Cannabisprodukten unter strengen Auflagen erlaubt hätte –, gab am Mittwochabend keine klare Ja-oder-Nein-Antwort.

Hanf-Regulierung als drängendes Problem

Goldfinch verwies stattdessen auf ein unmittelbareres Problem: mit THC versetzte Getränke und Gummibärchen, die durch ein Bundesgesetz von 2018 faktisch legalisiert wurden und viele Grauzonen hinterlassen haben. „Was auch immer Ihre Position ist, ehrlich gesagt halte ich es zum jetzigen Zeitpunkt für hinfällig, da es in South Carolina allgegenwärtig ist und ein echtes Problem darstellt, insbesondere die unregulierten Produkte", sagte Goldfinch. „Es muss reguliert werden."

South Carolina hat den Anbau von Hanf bereits legalisiert, da dieser von Natur aus nicht genügend THC enthält, um einen Rausch zu verursachen. Gesetze zur Einschränkung des Verkaufs berauschender Hanfprodukte könnten noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Ein Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Fassungen des Repräsentantenhauses und des Senats könnte ausgearbeitet werden, wenn die Abgeordneten nächsten Monat zurückkehren, um die Arbeit am Staatshaushalt abzuschließen.

Eine Einigung gilt jedoch als schwierig. Anfang des Jahres wurde ein separater Gesetzentwurf zum Verbot der meisten Hanfprodukte inmitten einer chaotischen Spaltung unter den Republikanern im Repräsentantenhaus an den Ausschuss zurückverwiesen. Die Debatte in South Carolina spiegelt damit einen breiteren politischen Konflikt wider, der in vielen US-Bundesstaaten zwischen wirtschaftlichen Interessen der Hanfbranche und dem Schutz der öffentlichen Gesundheit ausgetragen wird.

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