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S&P 500 auf Rekordhoch: Nur wenige Aktien treiben die Rallye

Der S&P 500 erreicht neue Allzeithochs – doch nur 22% der Indexmitglieder übertrafen die Benchmark in den letzten 30 Tagen.

S&P 500 auf Rekordhoch: Nur wenige Aktien treiben die Rallye

Der S&P 500 hat am Mittwoch neue Intraday- und Schlussrekorde aufgestellt. Anleger erhöhten ihr Aktienengagement, während sich der Iran und die USA offenbar einer Einigung zur Beendigung des Krieges annäherten. Doch hinter der glänzenden Oberfläche verbirgt sich ein strukturelles Problem: Die Rallye ist außergewöhnlich schmal.

Scott Rubner von Citadel Securities hat eine bemerkenswerte Zahl ermittelt: Lediglich 22% der S&P-500-Mitglieder haben die Benchmark in den vergangenen 30 Tagen übertroffen. Das ist der niedrigste Wert seit drei Jahrzehnten – und ein deutliches Warnsignal für die Breite des aktuellen Aufschwungs.

Starker Kontrast zum Februar

Rubner, Leiter der Strategie für Aktien und Aktienderivate bei Citadel Securities, zieht einen aufschlussreichen Vergleich: „Dies steht in krassem Gegensatz zum Umfeld im Februar, in dem niedrige implizite Korrelationen mit einer breiten Beteiligung und einer erhöhten Dispersion einhergingen – wobei 65% der S&P-500-Komponenten den Index über einen Zeitraum von 30 Tagen übertrafen, was einem Wert im 97. Perzentil entspricht."

Diese Marktdynamik ist an der Wall Street nicht grundsätzlich neu. Ein Großteil der Kursgewinne der vergangenen Jahre wurde von den sogenannten „Magnificent Seven" angeführt: Meta Platforms, Microsoft, Apple, Amazon, Nvidia, Alphabet und Tesla. Diese sieben Technologieriesen haben massiv von der Begeisterung rund um künstliche Intelligenz profitiert und sind entsprechend stark gestiegen.

Der KI-Handel erhielt zudem im vergangenen Monat neuen Auftrieb – durch die Vorstellung des neuen Claude-Modells des KI-Unternehmens Anthropic. Der legendäre Investor Paul Tudor Jones äußerte sich am Donnerstag in der CNBC-Sendung „Squawk Box" optimistisch: Der KI-Bullenmarkt habe noch „ein oder zwei Jahre vor sich".

Chance auf breitere Marktbeteiligung

Trotz der schmalen Rallye sieht Rubner durchaus Potenzial für eine Ausweitung der Aufwärtsbewegung. „Angesichts der geringeren Volatilität, einer bereinigten Positionierung und eines sich stabilisierenden Zinsumfelds begünstigen die Bedingungen zunehmend eine breitere Palette von Themen, die an der Bewegung teilhaben", schreibt der Stratege.

Für eine nachhaltige Fortsetzung des Aufschwungs sieht Rubner jedoch eine Rotation als notwendig an: „Eine Rotation über die größten Indexkomponenten – und den Technologiesektor im Allgemeinen – hinaus wäre wahrscheinlich erforderlich, um die nächste Aufwärtsbewegung aufrechtzuerhalten."

Für deutsche Privatanleger, die in breit gestreute US-Indexfonds oder ETFs auf den S&P 500 investiert sind, bedeutet die aktuelle Lage: Die Indexrendite wird derzeit maßgeblich von einer Handvoll Technologiewerte bestimmt. Eine echte Marktbreite – und damit ein robusterer Aufschwung – wäre erst dann gegeben, wenn deutlich mehr Aktien aus verschiedenen Sektoren an der Bewegung teilnehmen.

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