S&P 500 kämpft zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt mit Rücksetzer
Steigende Ölpreise, enttäuschende Megacap-Zahlen und eine historisch schwache Saisonalität belasten die Wall Street gleichzeitig.

Der S&P 500 steht unter Druck – und das gleich aus mehreren Richtungen. Bis zum Börsenschluss am Donnerstag verzeichnete der US-Leitindex in dieser Woche ein Minus von 0,7% und steuert damit auf den zweiten Wochenverlust in Folge zu. Auslöser sind steigende Ölpreise infolge wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie enttäuschende Quartalsergebnisse zweier Schwergewichte.
Besonders hart traf es die Technologieriesen Alphabet und Tesla. Alphabet verlor am Donnerstag 7,1% – der schlechteste Handelstag seit dem 7. Mai 2025. Tesla brach sogar um 15% ein, was den stärksten Tagesverlust seit dem 10. März 2025 markierte. Beide Unternehmen hatten mit ihren Quartalsberichten die Erwartungen der Anleger verfehlt und sorgten damit für erhebliche Turbulenzen an den Märkten.
Historisch schwache Saisonalität als zusätzliche Belastung
Zur ohnehin angespannten Lage kommt ein weiterer Faktor hinzu: die Saisonalität. Mit dem Ende des Monats in der nächsten Woche beginnt die historisch schlechteste Dreimonatsperiode für den S&P 500. Daten der Bank of America zeigen, dass der Referenzindex zwischen August und Ende Oktober im Durchschnitt geringfügig nachgibt. Zudem erzielt der Index in diesem Zeitraum nur in 55,1% der Fälle Kursgewinne – beides sind die niedrigsten Durchschnittswerte seit dem Jahr 1928.
„Dies stützt unsere defensive Ausrichtung für das dritte Quartal", schrieb Paul Ciana, technischer Stratege bei der Bank of America. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, schwachen Unternehmensberichten und ungünstiger Saisonalität macht den aktuellen Moment für Anleger besonders herausfordernd.
Ciana weist jedoch auch auf eine mögliche Ausweichstrategie hin: Gold. Das Edelmetall erzielt in den Monaten August bis Oktober seit 1992 eine durchschnittliche Gesamtrendite von 2,5% und gilt damit als historisch starke Alternative in dieser Jahreszeit. Für defensiv ausgerichtete Anleger könnte Gold in den kommenden Wochen daher besonders interessant sein.
Kaufgelegenheit in Sicht? Blick auf das Jahresende
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Zur AktienanalyseTrotz der aktuellen Schwäche gibt es auch einen optimistischeren Ausblick. „Eine saisonale Korrektur könnte jedoch eine Kaufgelegenheit darstellen, da der Zeitraum von Ende November bis Januar die stärkste Dreimonatsperiode für den S&P 500 ist", so Ciana. Tatsächlich erzielt der S&P 500 zwischen November und Januar eine durchschnittliche Rendite von 3,6%, wobei der Index in diesen Monaten in 67% der Fälle zulegt.
Für deutsche Privatanleger bedeutet das: Die kommenden Wochen könnten volatil bleiben. Wer langfristig investiert ist, sollte die historischen Muster im Blick behalten – und mögliche Rücksetzer als potenzielle Einstiegsgelegenheiten für das traditionell starke Jahresendgeschäft bewerten. Kurzfristig spricht die Datenlage jedoch für Vorsicht und eine defensivere Portfolioausrichtung.

