SpaceX-Aktie: Droht bis 2027 ein Einbruch von 50%?
SpaceX ist mit einer Marktkapitalisierung von 1,77 Billionen Dollar gestartet – doch Analysten warnen vor massiver Überbewertung.

Am 12. Juni ging Elon Musks Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies (SpaceX) zu einem Preis von 135 US-Dollar pro Aktie an die Börse. Die anfängliche Marktkapitalisierung belief sich auf astronomische 1,77 Billionen US-Dollar. In den Folgetagen stiegen die Aktien weiter an und pendelten sich zuletzt bei rund 185 US-Dollar ein – womit SpaceX zum sechstwertvollsten Unternehmen der Welt aufstieg.
Die Begeisterung der Anleger speist sich offenbar aus Musks Erfolgsbilanz bei früheren Unternehmen wie PayPal und Tesla. Doch Experten warnen: Eine positive Stimmung allein reicht nicht aus, um eine derartige Bewertung zu rechtfertigen. Analysten von The Motley Fool sehen die Aktie als massiv überbewertet an und prognostizieren einen möglichen Kursrückgang von 50 Prozent oder mehr.
SpaceX: Ein starkes Unternehmen mit echten Wachstumschancen
Auf den ersten Blick ist SpaceX zweifellos ein attraktives Unternehmen. Laut Analysten von McKinsey & Company könnte die globale Weltraumindustrie bis 2035 auf 1,8 Billionen US-Dollar anwachsen. SpaceX ist dabei gut positioniert, um von diesem Wachstum zu profitieren – über Raketenstarts, satellitengestützte Breitbanddienste und Militäraufträge.
Besonders der Internetdienst Starlink hat sich als starkes Geschäftsfeld etabliert: Mehr als 12 Millionen Kunden in 160 Ländern nutzen den Dienst bereits. Zudem spielt SpaceX eine wichtige Rolle bei militärischen Anwendungen, etwa bei der Unterstützung ukrainischer Streitkräfte mit störsicheren Kommunikationssystemen. Das Unternehmen hat sich durch seine großen wiederverwendbaren Raketen einen erheblichen technologischen Vorsprung erarbeitet.
Dennoch gilt in der Finanzwelt ein wichtiger Grundsatz: Ein gutes Unternehmen ist nicht automatisch eine gute Investition – insbesondere dann nicht, wenn die Bewertung jede realistische Grundlage verloren hat. Genau das scheint bei SpaceX der Fall zu sein.
Bewertung weit jenseits aller Maßstäbe
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von SpaceX liegt derzeit bei einem astronomischen Wert von 125. Zum Vergleich: Der Durchschnitt im S&P 500 beträgt lediglich 3,7. Selbst Teslas vergleichsweise hohes KUV von 14 wirkt daneben geradezu günstig. Ein derart hohes KUV signalisiert, dass der Markt explosives, margenstarkes Umsatzwachstum erwartet – doch die aktuellen Zahlen liefern dafür kaum Belege.
Der Gesamtumsatz von SpaceX stieg im Jahr 2025 im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 18,7 Milliarden US-Dollar. Das ist solides Wachstum – aber weit entfernt von den dreistelligen Wachstumsraten, die ein KUV von 125 eigentlich rechtfertigen würden. Die Bewertung hat sich damit weitgehend vom operativen Kerngeschäft entkoppelt.
Stattdessen ist SpaceX zu einer hochspekulativen Wette auf generative Künstliche Intelligenz (KI) geworden. Das Unternehmen sieht in KI eine langfristige Chance im Wert von 22,7 Billionen US-Dollar. Doch auch hier gibt es erhebliche Zweifel an der Substanz dieser Wachstumsstory.
KI-Ambitionen mit schwacher Marktposition
Die KI-Sparte von SpaceX besteht hauptsächlich aus der kürzlich erworbenen Tochtergesellschaft xAI. Das Flaggschiff-Sprachmodell Grok kommt laut Daten von Sensor Tower jedoch nur auf einen Marktanteil von unter 5 Prozent. Zum Vergleich: Branchenführer ChatGPT hält einen Marktanteil von 46,4 Prozent, Googles Gemini kommt auf 27,7 Prozent. SpaceX ist im KI-Rennen damit ein klarer Nachzügler.
Anstatt auf margenstarke KI-Dienste wie API-Lizenzen oder Sprachmodelle zu setzen, konzentriert sich SpaceX auf KI-Infrastruktur – also die Vermietung von Rechenkapazitäten an andere Unternehmen. In diesem Monat unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit Alphabet über monatlich 920 Millionen US-Dollar für Rechenkapazitäten. Kurzfristig ist das positiv, doch langfristig werden große Technologiekonzerne wie Alphabet eigene Rechenzentrumskapazitäten aufbauen und die Abhängigkeit von Drittanbietern reduzieren.
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Zur AktienanalyseHinzu kommen erhebliche Abschreibungen und Betriebskosten, die die langfristigen Margen und die Profitabilität von SpaceX unter Druck setzen dürften.
Fazit: Vorsicht für Privatanleger
SpaceX ist ohne Zweifel ein innovatives und strategisch bedeutsames Unternehmen. Doch die aktuelle Bewertung hat sich von der wirtschaftlichen Realität entkoppelt. Die Kombination aus einem KUV von 125, einer schwachen KI-Marktposition und einem Kerngeschäft, das das erwartete Wachstumstempo nicht liefern kann, macht die Aktie zu einem hochriskanten Investment.
Analysten von The Motley Fool warnen: Die Aktien könnten bis Ende des Jahres um 50 Prozent oder mehr fallen, sobald der Hype verfliegt und Anleger beginnen, die Zahlen kritisch zu hinterfragen. Für deutsche Privatanleger, die auf der Suche nach soliden Investments sind, dürfte SpaceX zum aktuellen Kurs keine attraktive Option darstellen.


