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SpaceX-Aktie im freien Fall: Leerverkäufer gewinnen, Kleinanleger verlieren

Das Short Interest bei SpaceX explodierte von unter 7% auf 32% – mit direkten Folgen für Millionen Altersvorsorge-Sparer weltweit.

SpaceX-Aktie im freien Fall: Leerverkäufer gewinnen, Kleinanleger verlieren

Das Leerverkaufsinteresse an SpaceX (SPCX) ist innerhalb eines Monats dramatisch gestiegen. Laut Schätzungen von S3 Partners wurden zuletzt rund 206 Millionen Aktien leerverkauft – das entspricht etwa 32% des gesamten Streubesitzes. Vor einem Monat lag dieser Anteil noch bei weniger als 7%, was einem Anstieg von rund 40 Millionen auf über 200 Millionen leerverkaufter Papiere entspricht.

Der Anstieg des Short Interests fällt mit einem massiven Kursrückgang zusammen. SpaceX-Aktien hatten in den ersten Handelstagen nach dem Börsengang ein Rekordhoch von über 225 US-Dollar erreicht. Seitdem geht es überwiegend bergab: In der vergangenen Woche schlossen die Papiere erstmals unter ihrem IPO-Preis von 135 US-Dollar. Am Mittwoch brach die Aktie um fast 7% auf ein Rekordtief von rund 115 US-Dollar ein.

Warum dies für Anleger wichtig ist

Der relativ geringe Streubesitz von SpaceX, die spekulative Natur des Geschäftsmodells und der hohe Bekanntheitsgrad des Unternehmens haben die Aktie seit ihrem Debüt zu einem ausgesprochen volatilen Titel gemacht. Ein weiter steigendes Leerverkaufsinteresse könnte diese Volatilität noch verschärfen – insbesondere dann, wenn ein plötzlicher Kursanstieg die Leerverkäufer in einen sogenannten Short Squeeze zwingt, bei dem diese ihre Positionen hastig schließen müssen und damit den Kurs zusätzlich nach oben treiben.

Elon Musk selbst reagierte auf das wachsende Short Interest mit einem Post auf X: „Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Firmen, die über einen längeren Zeitraum eine signifikante Short-Position in SpaceX halten, ist sehr gering." Musk ist bekannt für seine erbitterten Fehden mit Leerverkäufern – Tesla war 2018 eine der am stärksten leerverkauften Aktien überhaupt. Zuvor hatte Musk erklärt: „SpaceX wird mehr wert sein als die Erde, wenn wir unsere Ziele erreichen." Anleger betrachten dieses „Wenn" offenbar als sehr große Hürde.

Viele Altersvorsorge-Portfolios sind betroffen

Der Kursrutsch belastet nicht nur institutionelle Investoren, sondern trifft direkt die Altersvorsorge von Millionen Privatanlegern. Mehrere Indexanbieter haben die Aufnahme von SpaceX in ihre Indizes beschleunigt. Bereits am 7. Juli – nur 15 Handelstage nach dem Börsengang – wurde die Aktie in den Nasdaq-100 aufgenommen, einen der bedeutendsten US-Aktienindizes.

Infolgedessen kauften Indexfonds, die den Nasdaq-100 abbilden, SpaceX-Aktien zu einem Kurs von rund 160 US-Dollar. Seitdem sind die Papiere um mehr als 20% gefallen. Zu den betroffenen Fonds zählt unter anderem der Invesco QQQ ETF (QQQ) mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 450 Milliarden US-Dollar. Laut einer aktuellen Umfrage von Shelton Capital Management besitzen mehr als 40% der Teilnehmer von 401(k)-Plänen – dem amerikanischen Pendant zur betrieblichen Altersvorsorge – einen Fonds, der den Nasdaq-100 abbildet. SpaceX macht dabei etwa 1% des Index aus.

Die Entscheidung der Nasdaq, SpaceX so schnell aufzunehmen, war von Beginn an umstritten. Viele Experten hatten gewarnt, dass der hohe Bekanntheitsgrad, der geringe Streubesitz und die spekulative Natur des Geschäftsmodells die Volatilität verstärken würden. Historische Daten geben diesen Warnungen Gewicht: Laut Mark Malek, Chief Investment Officer bei Siebert Financial, haben die Aktien der zehn größten US-Börsengänge der Geschichte den S&P 500 seit ihrer Notierung um 96 Prozentpunkte underperformt.

Ende der Haltefristen könnte Volatilität weiter anheizen

Für SpaceX-Anleger könnte weiterer Gegenwind bevorstehen. Das Unternehmen hat seinen ersten Ergebnisbericht als börsennotiertes Unternehmen für den 4. August angesetzt. Diese Veröffentlichung öffnet Insidern die Tür, gesperrte Aktien zu verkaufen. Ab dem 6. August können Insider bis zu 20% ihrer gesperrten Aktien – das entspricht rund 911,5 Millionen Papieren – auf den Markt bringen.

Weitere 10% oder rund 455,8 Millionen Aktien werden freigegeben, falls die Aktie an fünf der zehn Handelstage vor dem ersten Bericht mindestens 30% über dem IPO-Preis schließt. Der dafür relevante Kurs liegt bei 175,50 US-Dollar. Angesichts des aktuellen Kursniveaus von rund 115 US-Dollar erscheint diese Schwelle derzeit weit entfernt.

Trotz des wachsenden Pessimismus unter Leerverkäufern gibt es an der Wall Street weiterhin viele Optimisten. Neun der zehn von Visible Alpha erfassten Analysten mit aktuellen Bewertungen stufen die Aktie als Kauf ein. Ihr mittleres Kursziel von 235 US-Dollar impliziert ein Aufwärtspotenzial von mehr als 100% gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

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