SpaceX beruft Roelof Botha als neues Verwaltungsratsmitglied
Weniger als eine Woche nach dem Rekord-Börsengang holt Elon Musk den langjährigen Verbündeten und Sequoia-Veteran in den SpaceX-Board.

SpaceX hat Roelof Botha, einen langjährigen Freund und Verbündeten von CEO Elon Musk, mit sofortiger Wirkung in den Verwaltungsrat berufen. Das geht aus einer am Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Mitteilung hervor. Botha übernimmt die Rolle als unabhängiges Verwaltungsratsmitglied und tritt zugleich dem Prüfungsausschuss des Unternehmens bei.
Mit Bothas Ernennung zählt der Verwaltungsrat von SpaceX nun acht Mitglieder. Elon Musk selbst führt das Gremium als Vorsitzender und ist gleichzeitig CEO sowie Technologiechef des Raketenbauers. Die Personalie kommt weniger als eine Woche nach dem viel beachteten Börsengang von SpaceX an der Nasdaq.
Botha und Musk: Eine Verbindung seit PayPal
Die Verbindung zwischen Botha und Musk reicht weit zurück. Musk holte Botha bereits im Jahr 2000 in der Frühphase des Online-Zahlungsdienstleisters PayPal ins Unternehmen. Beide Männer stammen aus Südafrika – eine gemeinsame Herkunft, die ihre langjährige Beziehung zusätzlich prägt.
Botha war seit 2003 für die renommierte Risikokapitalgesellschaft Sequoia Capital tätig und stieg dort 2022 zum Managing Director auf. Im vergangenen Jahr legte er diese Führungsposition nieder. Heute ist er als Berater für Sequoia tätig und wird auf der Unternehmenswebsite sowohl dem Seed- und Early-Stage-Team als auch dem Growth-Team zugeordnet.
Sequoia gilt als bedeutender Unterstützer von Musks Unternehmensimperium. Die Gesellschaft investierte nicht nur in SpaceX, sondern auch in Neuralink und The Boring Company. Darüber hinaus beteiligte sich Sequoia an Musks fremdfinanzierter Übernahme von Twitter, das heute unter dem Namen X firmiert und sich im Besitz von SpaceX befindet.
Sequoias milliardenschwere SpaceX-Beteiligung
Sequoia investierte erstmals 2019 in SpaceX und baute seine Position in späteren Finanzierungsrunden kontinuierlich aus. Inzwischen hält die Gesellschaft eine Beteiligung von knapp unter 1,5 Prozent, die einem Wert von rund 35 Milliarden US-Dollar entspricht. Federführender Investor bei SpaceX ist Sequoia-Partner Shaun Maguire – nicht Botha, der Sequoia im Verwaltungsrat ausdrücklich nicht vertritt.
Maguire äußerte sich kurz vor dem Nasdaq-Debüt von SpaceX gegenüber CNBC zu einer möglichen Teilveräußerung: „Wenn wir das Gefühl haben, dass die Bewertung ihrer Zeit weit voraus ist", werde Sequoia einige Anteile an Investoren ausschütten. Persönlich wolle er seine Aktien jedoch behalten: „Als Privatperson werde ich meine Aktien für immer behalten."
Aus der Mitteilung geht zudem hervor, dass Botha mit einem namentlich nicht genannten SpaceX-Mitarbeiter verwandt ist. Ein Sprecher von Sequoia lehnte eine Stellungnahme ab, ein Vertreter von SpaceX reagierte nicht auf eine entsprechende Anfrage.
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Zur AktienanalyseMusks dominante Stellung bei SpaceX
Das Governance-Modell von SpaceX räumt externen Aktionären kaum Möglichkeiten zur Einflussnahme ein. Musk kontrolliert mehr als 82 Prozent der Stimmrechte bei SpaceX und hält Anteile am Unternehmen im Wert von über einer Billion US-Dollar. Die Ernennung eines weiteren engen Vertrauten in den Verwaltungsrat unterstreicht diesen Kurs.
Bothas Berufung fällt zudem in eine Zeit, in der er selbst im Fokus stand. Die Financial Times berichtete, dass Kollegen seinen Führungsstil kritisierten. Für Unmut bei einigen Investoren sorgte er demnach, indem er Äußerungen von Sequoia-Partner Maguire verteidigte, die weithin als islamfeindlich kritisiert wurden. Botha hatte seine Aufsichtsfunktion bei Sequoia im vergangenen Jahr niedergelegt, als das Unternehmen in diese Kontroversen verwickelt war.


