SpaceX-Bewertung von 1,77 Billionen Dollar durch Raketen-Monopol gerechtfertigt
Wolfe Research stuft SpaceX mit „Outperform" ein und sieht fast 30% Aufwärtspotenzial dank einzigartiger Marktdominanz.

Die Bewertung von SpaceX in Höhe von 1,77 Billionen US-Dollar sorgt an der Wall Street für Aufsehen – doch Wolfe Research hält die astronomische Zahl für gerechtfertigt. Das Analysehaus begründet seine Einschätzung mit der nahezu monopolartigen Stellung des Unternehmens im globalen Raketenstart-Geschäft. In einer Mitteilung an Kunden vom Freitag stufte Wolfe Research die SpaceX-Aktie mit „Outperform" und einem Kursziel von 175 US-Dollar ein.
Das Kursziel entspricht einem Aufwärtspotenzial von knapp 30 Prozent gegenüber dem Erstausgabepreis der Aktie von 135 US-Dollar. Analyst Myles Walton von Wolfe Research formulierte es pointiert: „Gibt es einen größeren Wettbewerbsvorteil, den man ausnutzen kann, als ein Beinahe-Monopol auf das Überwinden der Erdanziehungskraft?" Das Startgeschäft bilde den Kern von SpaceX und biete „überall sonst überzeugende Stückkosten-Ökonomien", so Walton weiter.
SpaceX dominiert den US-Raumfahrtmarkt
Die Zahlen belegen die Marktmacht eindrucksvoll: Laut einem Bericht des Center for Security and Emerging Technology der Georgetown University aus dem Jahr 2025 führt SpaceX fünf von sechs US-Raumfahrtstarts durch. Dieser sogenannte „Burggraben" – ein Begriff aus der Finanzwelt für einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil – macht es Konkurrenten nahezu unmöglich, SpaceX ernsthaft herauszufordern. Für deutsche Anleger, die den Begriff kennen: Es handelt sich um das englische „Moat"-Konzept, das Warren Buffett geprägt hat.
Ein zentraler Baustein dieser Dominanz ist die Wiederverwendbarkeit von Raketen. SpaceX hat als erstes Unternehmen der Welt Raketenstufen erfolgreich geborgen und erneut eingesetzt, was die Startkosten drastisch senkt. Wolfe Research betont, dass die Wiederverwendung ein wesentlicher Bestandteil der Strategie nach dem Börsengang sei. „Die erfolgreiche Wiederverwendbarkeit von Starship ist der wichtigste Einzelfaktor zur Wertfreisetzung", sagte Walton.
Mehrere Analysehäuser mit positiven Kurszielen
Wolfe Research ist nicht das einzige Analysehaus, das SpaceX optimistisch bewertet. Oppenheimer begann diese Woche mit der Analyse des Unternehmens und vergab ebenfalls eine Kaufempfehlung – mit einem Kursziel von 190 US-Dollar für die nächsten 12 bis 18 Monate. Das entspräche einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem IPO-Preis. New Street Research nahm die Beobachtung mit einem Kursziel von 165 US-Dollar auf Sicht von einem Jahr auf und prognostizierte ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Börsenkurs.
Neben dem Raketengeschäft rückt auch das KI-Segment von SpaceX in den Fokus der Analysten. Walton sieht hier einen potenziellen Kostenvorteil durch Vertikalisierung und den Zugang zum Weltraum. „Wir erwarten nicht, dass SpaceX Anthropic oder OpenAI auf der Modellseite innovativ übertrifft, aber wir erwarten, dass SpaceX durch Vertikalisierung und den Zugang zum Weltraum einen Kostenvorteil im Bereich der Rechenleistung aufbauen wird", schrieb Walton. Damit tritt SpaceX in direkte Konkurrenz zu OpenAI und Anthropic, die voraussichtlich ebenfalls in diesem Jahr an die Börse gehen werden.
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Zur AktienanalyseEinordnung für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger ist SpaceX bislang nur eingeschränkt zugänglich, da das Unternehmen nicht an einer regulären Börse notiert ist. Der Börsengang markiert jedoch einen wichtigen Schritt in Richtung breiterer Investierbarkeit. Die hohe Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar übersteigt die Marktkapitalisierung vieler DAX-Konzerne um ein Vielfaches und spiegelt die Erwartungen an künftiges Wachstum in der Raumfahrt- und KI-Industrie wider.
Die Kombination aus Marktdominanz im Raketengeschäft, technologischem Vorsprung durch Wiederverwendbarkeit und dem Einstieg in den KI-Markt macht SpaceX zu einem der meistdiskutierten Börsenneueinsteiger des Jahres 2025. Ob die ambitionierte Bewertung langfristig gerechtfertigt ist, wird maßgeblich davon abhängen, ob das Starship-Programm seine Versprechen einlöst.


