SpaceX-Börsengang 2025: So investieren Sie jetzt in die Weltraumwirtschaft
Morgan Stanley veröffentlicht die „Space 60" – eine Liste börsennotierter Unternehmen, die von der wachsenden Weltraumwirtschaft profitieren können.

Der bevorstehende Börsengang von Elon Musks SpaceX sorgt für wachsendes Interesse an der Weltraumwirtschaft. Das Unternehmen plant, im Rahmen eines IPOs zwischen 40 und 80 Milliarden US-Dollar einzusammeln, was SpaceX mit über einer Billion US-Dollar bewerten würde – und es zu einem der größten Marktdebüts der Geschichte machen würde. Den Zulassungsunterlagen zufolge ist der Markteintritt für Juli geplant.
Das neu entfachte Interesse hat Morgan Stanley dazu bewogen, am Montag die sogenannte „Space 60" zu veröffentlichen – eine umfassende Liste börsennotierter Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Weltraumwirtschaft. „Eine Kombination aus wissenschaftlichen Fortschritten, Geopolitik und Wirtschaftlichkeit hat die Aufmerksamkeit der Investoren für das Thema Weltraum wieder auf das höchste Niveau seit der Gründung des Morgan Stanley Space Teams vor fast einem Jahrzehnt gelenkt", schrieb ein Team von Aktienanalysten der Bank.
Bemerkenswert: 24 der 60 gelisteten Aktien haben ihren Wert im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt – ein deutliches Zeichen dafür, wie optimistisch die Wall Street die Weltraumwirtschaft inzwischen einschätzt.
Die sieben Kategorien der „Space 60"
Die Liste ist in sieben Unterkategorien unterteilt, die die gesamte Lieferkette der Weltraumwirtschaft abbilden: Rohstoffe und Bergbau; Spezialmaterialien und Legierungen; Antriebssysteme und Treibstoffe; Elektronik und Halbleiter; Komponenten und Subsysteme; Raumfahrzeuge und Startsysteme sowie Satellitenbetreiber und -dienste.
An der Basis der Lieferkette stehen Rohstoffproduzenten. MP Materials (MP), der einzige in den USA ansässige Förderer von Seltenerdmetallen, ist ebenso vertreten wie der Kupferproduzent Freeport-McMoRan (FCX) und der Aluminiumhersteller Alcoa (AA). Alcoa kündigte Ende letzten Jahres ein Joint Venture an, um jährlich 100 Tonnen Gallium zu produzieren – ein kritisches Mineral für Satelliten-Stromversorgungssysteme.
Im Bereich Spezialmaterialien und Legierungen stechen Carpenter Technology (CRS) und Materion (MTRN) hervor. Materion verzeichnete laut Morgan Stanley einen Umsatzanstieg im Weltraummarkt um das Fünffache in nur drei Jahren. Auch Corning (GLW) findet sich auf der Liste – das Unternehmen hat bereits an früheren Weltraumprogrammen wie dem Hubble-Teleskop mitgewirkt.
Treibstoffe, Chips und Satelliten
Bei Antriebssystemen und Treibstoffen sind Linde (LIN) und Air Products (APD) gelistet. Obwohl der weltraumbezogene Umsatz derzeit nur rund 2 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, erwartet Morgan Stanley erhebliches Wachstum. Weltraumkunden sollen bis zum nächsten Jahr die größten Industriekunden von Linde werden.
Im Halbleiterbereich entwickeln Unternehmen wie Analog Devices (ADI), STMicroelectronics (STM) und Microchip Technology (MCHP) sogenannte „strahlungsgehärtete" Chips, die den erhöhten Strahlungswerten im Weltraum standhalten. Coherent (COHR) gilt als potenzieller Wegbereiter für orbitale KI-Infrastruktur. Auch KI-Chip-Gigant Nvidia (NVDA) ist vertreten – das Unternehmen stellte auf einer Konferenz im letzten Monat sein Modul „Space-1 Vera Rubin" vor, eine KI-Computing-Plattform speziell für orbitale Rechenzentren.
Bei Komponenten und Subsystemen finden sich Industriegiganten wie Parker Hannifin (PH) und Honeywell (HON), das gerade seine Sparte Aerospace Technologies als eigenständiges Unternehmen ausgliedert. Amphenol (APH) nannte den Weltraum als wichtigen Treiber für das Umsatzwachstum seiner Verteidigungssparte.
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Zur AktienanalyseRaketen, Satelliten und Staatsrückhalt
Im Bereich Raumfahrzeuge und Startsysteme reicht das Spektrum von etablierten Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin (LMT) und RTX bis hin zu spezialisierten Newcomern wie Rocket Lab (RKLB) und Firefly Aerospace (FLY). Firefly meldete für das vergangene Jahr einen Umsatzanstieg von 163 Prozent und prognostiziert für dieses Jahr ein Wachstum von mehr als 170 Prozent. Die Zahl der ins All beförderten Objekte hat sich in den letzten fünf Jahren etwa verdoppelt.
Unter den Satellitenbetreibern sind Viasat (VSAT) und AST SpaceMobile (ASTS) gelistet. Amazon (AMZN) erhielt für sein „Project Leo" die Genehmigung für den Start von mehr als 3.200 Satelliten für ein globales Breitbandsystem. Amazon gab zudem einen Deal über 11 Milliarden US-Dollar zur Übernahme von Globalstar (GSAT) bekannt – ebenfalls Teil der „Space 60". Planet Labs (PL) ist Teil von Googles „Project Suncatcher", einem Vorhaben zur Stationierung orbitaler Rechenzentren.
Trotz des Optimismus warnen Analysten vor Risiken: Ein wirtschaftlicher Abschwung oder steigende Zinsen könnten der jungen Weltraumwirtschaft Gegenwind bereiten. Allerdings könnten Unternehmen in diesem Sektor auf Regierungen als Ersatzkäufer zählen, die ihre weltraumbasierte Verteidigung angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen ausbauen.


