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SpaceX-Börsengang: Festpreis von 135 Dollar, Zuteilung für Privatanleger offen

SpaceX bricht mit Wall-Street-Tradition: Festpreis statt Preisspanne, Rekordbewertung von 1,77 Billionen Dollar und ungewöhnlich hoher Privatanleger-Anteil geplant.

SpaceX-Börsengang: Festpreis von 135 Dollar, Zuteilung für Privatanleger offen

Der Börsengang von SpaceX ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Der Raketenbauer von Elon Musk strebt eine Marktkapitalisierung von 1,77 Billionen Dollar an – eine historische Bewertung, die das Unternehmen in die Riege der wertvollsten börsennotierten Konzerne der Welt katapultieren würde. Dabei bricht SpaceX bewusst mit den gängigen Gepflogenheiten des Kapitalmarkts.

Statt wie bei Börsengängen üblich eine Preisspanne vorzugeben und den endgültigen Ausgabepreis auf Basis der Investorennachfrage zu ermitteln, hat SpaceX einen festen Aktienpreis von 135 Dollar festgelegt. Das gesamte Aktienangebot hat damit einen Wert von rund 75 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte SpaceX einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar, verzeichnete jedoch gleichzeitig einen operativen Verlust von 4,2 Milliarden Dollar.

Wie läuft ein klassischer Börsengang ab?

Bei einem typischen IPO gibt der Emittent gemeinsam mit den begleitenden Konsortialbanken zunächst eine Preisspanne bekannt. Diese wird im Verlauf der sogenannten Roadshow angepasst, je nachdem wie enthusiastisch institutionelle Investoren reagieren. Ein aktuelles Beispiel lieferte der KI-Chiphersteller Cerebras: Das Unternehmen startete im vergangenen Monat mit einer Spanne von 115 bis 125 Dollar, hob diese in der Folgewoche auf 150 bis 160 Dollar an und setzte den endgültigen Emissionspreis schließlich bei 185 Dollar fest – ein klares Signal für die hohe Nachfrage. Die Cerebras-Aktie schoss am ersten Handelstag um 68 Prozent nach oben und schloss bei über 311 Dollar.

SpaceX umgeht diesen gesamten Vorbereitungsprozess. Das Unternehmen kommunizierte bereits im Vorfeld seiner verkürzten Roadshow den fixen Preis von 135 Dollar sowie die angestrebte Bewertung. Da der Preis bereits feststeht, kann SpaceX früher als üblich mit der Zuteilung der Aktien an Banken und Vermögensverwalter beginnen – ein logistischer Vorteil angesichts der enormen Menge an Aktien, die verteilt werden müssen.

Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten, hat SpaceX Investoren mitgeteilt, die Annahme von Aufträgen bereits am Mittwoch – einen Tag früher als ursprünglich geplant – zu beenden. Dies gibt dem Unternehmen und seinen Konsortialbanken den gesamten Donnerstag, um die Zuteilungen für den rekordverdächtigen Börsengang zu planen. Normalerweise erfolgen Zuteilungen erst nach der offiziellen Preisfestsetzung, kurz vor der Marktöffnung.

Privatanleger sollen 30 Prozent erhalten

Besonders ungewöhnlich ist der geplante Anteil für Privatanleger. SpaceX möchte, dass rund 30 Prozent der verkauften Aktien an Privatanleger gehen – das entspräche einem Volumen von etwa 22,5 Milliarden Dollar. Laut Fidelity liegt der typische Privatanleger-Anteil bei Börsengängen üblicherweise zwischen 5 und 10 Prozent. SpaceX würde diesen Wert damit um ein Vielfaches übertreffen.

In seinem Prospekt nennt SpaceX mehrere Brokerage-Plattformen, über die Privatanleger Aktien erwerben können: Charles Schwab, Fidelity, Robinhood, SoFi sowie Morgan Stanleys E-Trade. Die endgültige Zuteilung an Privatanleger kann jedoch erst bestimmt werden, wenn das Orderbuch geschlossen ist.

Als Vergleich dient der eigene Börsengang von Robinhood im Jahr 2021: Die Handelsplattform hatte damals angekündigt, zwischen 20 und 35 Prozent der Aktien an Privatanleger verkaufen zu wollen. Die tatsächliche Zuteilung lag letztlich am unteren Ende dieser Spanne. Die Robinhood-Aktie fiel an ihrem Debüttag um 8 Prozent.

Einordnung: SpaceX unter den Billionen-Dollar-Konzernen

Sollte die angestrebte Bewertung von 1,77 Billionen Dollar erreicht werden, reiht sich SpaceX in eine exklusive Gruppe von neun börsennotierten Billionen-Dollar-Unternehmen ein. Zum Vergleich: Das umsatzschwächste dieser Gruppe ist derzeit Micron mit einem Jahresumsatz von 58 Milliarden Dollar. Das am wenigsten profitable ist Teslas CEO Elon Musks anderes Unternehmen, Tesla, mit einem Nettoergebnis von 3,8 Milliarden Dollar im Jahr 2025. SpaceX wird also trotz operativem Verlust mit einer Bewertung gehandelt, die selbst für Billionen-Dollar-Konzerne außergewöhnlich ist.

Der Handel mit SpaceX-Aktien soll am Freitag beginnen. SpaceX reagierte auf eine Anfrage zur Stellungnahme zunächst nicht.

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