SpaceX-Börsengang: Größtes IPO aller Zeiten setzt auf traditionelle Methoden
Trotz revolutionärer Technologie verlässt sich SpaceX beim voraussichtlich größten Börsengang aller Zeiten auf bewährte, manuelle Prozesse.

SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, steht vor einem historischen Börsengang. Das Unternehmen, das ein weltraumgestütztes Internet aufgebaut hat, Rechenzentren mit Solarenergie für KI-Anwendungen entwickelt und die Menschheit auf andere Planeten bringen will, plant einen IPO, der voraussichtlich der größte aller Zeiten werden soll. Der erwartete Börsenwert liegt bei rund 80 Milliarden US-Dollar.
Doch trotz all dieser technologischen Ambitionen setzt SpaceX beim Gang an die Börse auf einen überraschend altmodischen Prozess. Banker werden fieberhaft Telefonate führen, um Aktien zuzuteilen und Käufer sowie Verkäufer zusammenzubringen. Dieser Prozess hat sich seit dem IPO-Boom der 1980er Jahre nicht grundlegend verändert – und das selbst bei den größten und technologisch versiertesten Unternehmen der Welt.
Ein Börsengang von historischem Ausmaß
Der Börsengang ist für den 12. Juni geplant. Insgesamt 23 Investmentbanken fungieren als Konsortialbanken und stehen gemeinsam mit SpaceX vor der beispiellosen Aufgabe, einem Unternehmen einen Börsenwert zuzuweisen, dessen erklärte Mission es ist, „das Licht des Bewusstseins zu den Sternen zu tragen". Innerhalb von 21 Tagen müssen Aktien an echte Investoren verteilt und ein stabiler Handelsbeginn sichergestellt werden.
Der Börsengang wird so groß erwartet, dass die SpaceX-Aktien voraussichtlich erst Stunden nach dem Läuten der Eröffnungsglocke um 9:30 Uhr für den Handel freigegeben werden. Die Nasdaq bereitet sich bereits vor und plant Test-Eröffnungen, um sicherzustellen, dass ihre Technologieplattform auf das erwartete hohe Handelsvolumen vorbereitet ist. Solche Vorsichtsmaßnahmen unterstreichen die schiere Dimension dieses Ereignisses.
Roadshow mit Charterflug nach Texas
SpaceX hat sich in den vergangenen Monaten intensiv um die weltweit größten Vermögensverwalter bemüht. Im April reisten mehr als 100 Fondsmanager nach Newark und bestiegen einen gecharterten Boeing-737-Jet mit dem SpaceX-Logo am Heck. Ihr Ziel war Starbase im US-Bundesstaat Texas – die firmeneigene Stadt, in der das Starship-Raumschiff und die Raketenbooster von SpaceX gefertigt werden. Diese ungewöhnliche Roadshow verdeutlicht, wie ernst SpaceX die Investorenansprache nimmt.
SpaceX ist dabei nicht das einzige Technologieunternehmen, das den Weg an die Börse sucht. Auch OpenAI bereitet sich darauf vor, in den kommenden Tagen vertraulich einen Börsengang zu beantragen. Das KI-Unternehmen Anthropic strebt ebenfalls ein Marktdebüt noch in diesem Jahr an. Die Börsenmärkte stehen damit vor einer Welle hochkarätiger Technologie-IPOs, die das Interesse institutioneller wie auch privater Anleger weltweit wecken dürfte.
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Zur AktienanalyseKontext für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger ist der SpaceX-Börsengang ein bedeutendes Ereignis. Ein Listing an der Nasdaq würde grundsätzlich auch deutschen Investoren den Zugang zu SpaceX-Aktien über ihre Broker ermöglichen. Angesichts des erwarteten Handelsvolumens und der weltweiten Aufmerksamkeit ist jedoch mit erheblicher Volatilität am ersten Handelstag zu rechnen. Die Kombination aus visionärem Unternehmenszweck und einem Börsenwert von rund 80 Milliarden US-Dollar macht SpaceX zu einem der meistdiskutierten IPO-Kandidaten seit Jahren.


