SpaceX-Börsengang: Jubel, Protest und 2 Billionen Dollar Bewertung
Das Börsendebüt von SpaceX an der Nasdaq begeistert Investoren weltweit – und macht Elon Musk zum ersten Billionär der Geschichte.

Der Börsengang von SpaceX am Freitag sorgte für weltweites Aufsehen. Das Unternehmen debütierte an der Nasdaq mit einer Bewertung von mehr als 2 Billionen US-Dollar und katapultierte Elon Musk in eine neue Dimension des Reichtums: Er ist nun der erste Billionär der Welt. Am Times Square in New York prangte sein Bild auf dem riesigen Bildschirm der Nasdaq-Börse, während Touristen Selfies machten und SpaceX-Investoren in T-Shirts über ihr neu gewonnenes Vermögen strahlten.
Musk selbst meldete sich per Videobotschaft zu Wort und wählte dabei ungewohnt bescheidene Worte. „Wenn mir Leute gesagt hätten, dass dies passieren würde, hätte ich gesagt: ‚Mann, du musst echt gutes Crack rauchen'", sagte er. „Ich gab SpaceX eine Chance von weniger als 10%, überhaupt erfolgreich zu sein." Die Botschaft unterstrich, wie weit das Unternehmen seit seinen Anfängen gekommen ist – von einem riskanten Raumfahrt-Startup zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt.
Euphorie bei Investoren und Fans
In Starbase, dem Startgelände von SpaceX an der texanischen Grenze zu Mexiko, reisten jubelnde Fans von weit her an. Lesley Varin aus dem Bundesstaat Washington umstellte ihr Auto mit Stofftieren, die handgeschriebene Schilder zur Feier von SpaceX hielten. Auf einem stand: „Glückwunsch Elon, großer 1. Platz!" Die Begeisterung zog sich durch alle gesellschaftlichen Schichten der SpaceX-Anhänger.
Auch die Finanzwelt feierte mit. Nur wenige Minuten nach Handelsbeginn postete Goldman Sachs auf X ein Bild von Mitarbeitern in maßgefertigten SpaceX-Nike-Schuhen. Musk selbst veröffentlichte ein Bild von Bankern von Morgan Stanley, die den Börsengang feierten. Ein früher Investor, der sich 2020 über ein Family Office an SpaceX beteiligt hatte, posierte am Times Square für Selfies mit vier Freunden in passenden SpaceX-T-Shirts. Er erwartete einen sprunghaften Kursanstieg beim Debüt, da ein begrenztes Angebot auf starke Nachfrage von Privatanlegern und Indexfonds treffe.
Kritik und Protest gegen wachsende Ungleichheit
Doch neben der Euphorie formierte sich auch deutlicher Widerstand. Bereits einen Tag vor dem Börsengang wurde eine haushohe Elon-Musk-Effigie vor dem Nasdaq-Gebäude aufgestellt, die ihn mit freiem Oberkörper darstellte und Probleme mit sexualisierten Bildern von Minderjährigen auf Grok, Musks KI-Chatbot, thematisierte. Am Freitag marschierten Demonstranten vor der Zentrale von JPMorgan bei einer „Stop Musk"-Kundgebung auf. Auf einem Schild hieß es: „Schickt Milliardäre zum Mars."
Politische Kritik kam unter anderem von US-Senatorin Elizabeth Warren, die sich seit langem gegen Vermögensungleichheit einsetzt. „Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen nur noch mit den Fingernägeln ums Überleben in dieser Wirtschaft kämpfen", schrieb Warren auf X. „Die heutige Wegmarke sollte ein Weckruf sein." Sie bezeichnete Musks Aufstieg zum Billionär als Merkmal einer „manipulierten Wirtschaft".
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Zur AktienanalyseReaktionen aus Europa: Polen als Maßstab
Besonders eindrücklich fiel die Reaktion in Polen aus. Musks Privatvermögen übersteigt nun das gesamte Bruttoinlandsprodukt des Landes – ein Vergleich, der viele Bürger fassungslos zurückließ. „Hinter diesem Geld steht der aufgezwungene Wille einer Person, die, offen gesagt, psychologisch ziemlich ungewöhnlich ist", sagte Janusz Wojczakowski, ein 82-jähriger polnischer Lehrer und Philosoph. Dieser Vergleich verdeutlicht für europäische Beobachter das schiere Ausmaß der Vermögenskonzentration in den Händen eines Einzelnen.
Musk selbst versuchte in seiner Botschaft, SpaceX als Projekt für alle Menschen zu positionieren – nicht nur für eine Elite. „Wir wollen Sie dorthin bringen, nicht nur ein paar Astronauten. Wir meinen Sie, buchstäblich Sie", sagte er in einer schwarzen Lederjacke. Ob diese Vision die Kritiker besänftigen kann, bleibt angesichts der weltweiten Proteste fraglich. Der Börsengang markiert jedenfalls einen historischen Moment – sowohl für die Raumfahrtindustrie als auch für die globale Debatte über Reichtum und Macht.


