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SpaceX-Börsengang löst historischen Ansturm auf gehebelte ETFs aus

Elf gehebelte ETFs auf SpaceX-Aktien erzielten in der ersten Handelswoche ein Volumen von über 10 Milliarden Dollar.

SpaceX-Börsengang löst historischen Ansturm auf gehebelte ETFs aus

Der Börsengang von SpaceX war nicht nur der größte in der Marktgeschichte – er löste auch einen beispiellosen Ansturm auf gehebelte Einzelaktien-ETFs aus. Nur wenige Tage nach dem Debüt brachten konkurrierende Fondsanbieter insgesamt elf gehebelte börsengehandelte Fonds auf die SpaceX-Aktie auf den Markt. Das darauffolgende Handelsvolumen sprengte alle Erwartungen.

In der ersten Börsenwoche von SpaceX – einer verkürzten Feiertagswoche mit lediglich vier Handelstagen bis Donnerstag – belief sich das Handelsvolumen der gehebelten ETFs auf über 10 Milliarden US-Dollar. Den Spitzenwert markierte der Dienstag mit einem Tagesvolumen von 4,2 Milliarden Dollar. Dieser Wert war einer der vielen bemerkenswerten Marktkennzahlen, die bei diesem Deal hervorstachen.

Was sind gehebelte Einzelaktien-ETFs?

Gehebelte Einzelaktien-ETFs sind darauf ausgelegt, ein Vielfaches der täglichen Rendite einer Aktie zu erzielen – in der Regel das Zweifache, entweder als Long- oder Short-Position. Da diese Fonds täglich neu gewichtet werden, können ihre Renditen erheblich von der Entwicklung der zugrunde liegenden Aktie abweichen. Für langfristige Anleger sind sie daher mit erheblichen Risiken verbunden.

Todd Sohn, Chef-ETF-Stratege bei Strategas Securities, ordnet das Phänomen ein: Das Muster sei bekannt, auch wenn das Ausmaß ungewöhnlich sei. Wenn ein Schwergewicht wie Nvidia oder Tesla einen gehebelten ETF erhalte, zeige sich die Nachfrage. SpaceX bringe jedoch nicht nur den größten Börsengang der Marktgeschichte mit sich, sondern auch den Namen Elon Musk – ein Faktor, der die Nachfrage zusätzlich befeuert habe.

Marktführer beim Handelsvolumen war Leverage Shares. Der Anbieter verzeichnete an drei Tagen – Dienstag bis Donnerstag – ein Volumen von über einer Milliarde Dollar allein in seinem Long-SpaceX-ETF sowie ein signifikantes Volumen im entsprechenden Short-Produkt. Die Kostenquote von Leverage Shares liegt bei 0,75 Prozent und damit unter der der meisten Konkurrenten, was ein Faktor für den frühen Vorsprung beim Handelsvolumen gewesen sein könnte.

Gebühren spielen für kurzfristige Händler kaum eine Rolle

Will Rhind, CEO von GraniteShares, dessen SpaceX-ETFs eine Kostenquote von 1,50 Prozent aufweisen, widersprach der Logik, dass niedrigere Gebühren entscheidend seien. „Wenn Sie sie nur ein paar Tage halten, ist es für einen Anleger praktisch kostenlos", sagte Rhind gegenüber CNBC. Für kurzfristig orientierte Händler sei der Gebührenunterschied schlicht irrelevant.

Defiance setzte auf das Timing: Ihr Fonds war das einzige gehebelte Produkt, das bereits am Tag des Börsengangs selbst gehandelt wurde. Paul Marino, Chief Revenue Officer von Leverage Shares, warnte jedoch vor den Risiken: Eine Aktie, die sich in eine Richtung bewege, nutze Zinseszinseffekte und entwickle sich sehr gut. Sobald die Aktie jedoch volatiler werde, drehe sich dies schnell um – das werde der eigentliche Test für Anleger dieser Produkte sein.

SpaceX begann die Woche mit zwei aufeinanderfolgenden Gewinntagen, was zum Spitzenvolumen am Dienstag beitrug. In der zweiten Wochenhälfte drehte die Aktie jedoch ins Minus. Nach dem zweitägigen Kursrückgang standen viele Anleger, die SpaceX-Aktien nach dem Börsengang gekauft hatten, kurz davor, in die Verlustzone zu rutschen.

Warnungen an Privatanleger

Die führenden Emittenten der ETFs betonen ausdrücklich, dass diese Produkte für erfahrene, eigenverantwortliche Händler, Hedgefonds und Eigenhandelsabteilungen konzipiert sind – nicht für Buy-and-Hold-Privatanleger. Der Börsengang von SpaceX stieß zwar bei Privatanlegern auf großes Interesse, doch viele hatten nur begrenzten Zugang zu den Aktien selbst. Gehebelte ETFs boten hier eine alternative – wenn auch hochriskante – Möglichkeit zur Partizipation.

Ob die Anleger an diesen Trades festhalten werden, sobald die Dynamik des Rekord-Börsengangs nachlässt, bleibt abzuwarten. Leverage Shares setzt auf eine, wie das Unternehmen es nennt, „beständige Nutzerbasis", ungeachtet der potenziellen täglichen Volatilität der Aktie. Unterdessen werden Anthropic und OpenAI noch in diesem Jahr an der Börse erwartet – was den Wettbewerb im Universum der Einzelaktien-ETFs weiter verschärfen könnte. ETF-Manager erklärten bereits, ihre Firmen seien daran interessiert, das Risiko dieser Aktien für Trader durch Hebelung zu erhöhen, sobald sie auf den Markt kommen.

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