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SpaceX-Börsengang: Musk sichert sich 85 Prozent der Stimmrechte

Mehrstimmrechtsaktien sollen Elon Musks nahezu unangreifbare Kontrolle über SpaceX auch nach einem geplanten Börsengang zementieren.

SpaceX-Börsengang: Musk sichert sich 85 Prozent der Stimmrechte

Elon Musk wird beim geplanten Börsengang von SpaceX eine Machtfülle behalten, die im Bereich börsennotierter Unternehmen nahezu beispiellos ist. Der Gründer des Raumfahrtunternehmens kontrolliert derzeit rund 85 Prozent der Stimmrechte bei SpaceX – und daran soll sich auch nach einem IPO nichts ändern. Für Investoren bedeutet das: Einfluss auf das Unternehmen werden sie kaum haben.

SpaceX wird auf eine Bewertung von mindestens 1,5 Billionen US-Dollar geschätzt. Das Unternehmen ist gleichzeitig Satellitenhersteller, Raketenstartanbieter und KI-Entwickler – eine Kombination, die es zu einem der wertvollsten privaten Unternehmen der Welt macht. Musk selbst bekleidet bei SpaceX gleich drei Schlüsselpositionen: Er ist Chairman, Chief Executive Officer und Chief Technical Officer in Personalunion.

Mehrstimmrechtsaktien als Machtinstrument

Die geplante Aktienstruktur mit Mehrstimmrechten – im Englischen als „Dual-Class Shares" bekannt – ist das zentrale Instrument, das Musks Kontrolle absichert. Solche Strukturen erlauben es Gründern, eine Aktiengattung mit deutlich mehr Stimmrechten pro Aktie zu halten als reguläre Anleger. Das Ergebnis: Selbst wenn Musk wirtschaftlich nur einen Teil des Unternehmens hält, behält er die volle Entscheidungsgewalt. Es ist damit nahezu unmöglich, ihn zu entlassen oder bedeutende Unternehmensveränderungen ohne seine Zustimmung durchzuführen.

Diese Konstruktion ist eine direkte Reaktion auf Musks Erfahrungen mit Tesla. Der Elektroautohersteller ist seit seiner Notierung an der Wall Street vor 16 Jahren ein Dauerthema für Aktionärsklagen und aktivistische Investoren gewesen. Immer wieder forderten Aktionärsgruppen Musks Absetzung als CEO oder verlangten Änderungen in der Unternehmensführung. Musk selbst hat sich zeitweise offen darüber beklagt, dass er die Führung eines börsennotierten Unternehmens nicht schätze.

Lehren aus der Tesla-Ära

Bei Tesla hält Musk keine vergleichbar dominante Stimmrechtsmehrheit, was ihn angreifbarer für externe Forderungen macht. SpaceX soll dieses Kapitel von Anfang an anders schreiben. Die Mehrstimmrechtsstruktur würde sicherstellen, dass kein Aktionärsaufstand, keine aktivistische Kampagne und kein Vorstandsbeschluss Musk gegen seinen Willen aus dem Unternehmen drängen kann.

Für deutsche Privatanleger, die sich einen Einstieg bei einem SpaceX-Börsengang vorstellen, ist das eine wichtige Einschränkung: Ihre Aktien würden zwar wirtschaftliche Beteiligung am Wachstum des Unternehmens bieten, politischen Einfluss auf Strategie oder Führung jedoch kaum. Dieses Modell kennt man auch von anderen Tech-Giganten wie Alphabet oder Meta, wo Gründer ebenfalls über überproportionale Stimmrechte verfügen.

Die Frage, wann SpaceX tatsächlich an die Börse geht, ist bislang offen. Fest steht jedoch: Wer in das Unternehmen investiert, investiert in erster Linie in Elon Musks Vision – und in seine uneingeschränkte Kontrolle darüber.

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