SpaceX-Börsengang: Musks Milliarden-Strategie auf Anlegerkosten
Elon Musk plant größten US-IPO aller Zeiten – mit fragwürdiger Bewertung und versteckten Risiken

Elon Musk bereitet den spektakulärsten Börsengang der US-Geschichte vor. SpaceX soll bereits im Juni an die Börse gehen – mit einer angestrebten Bewertung von mindestens einer Billion Dollar. Doch während Musk und frühe Investoren dabei Kasse machen könnten, sollten Privatanleger die Details genau prüfen.
Die Zahlen hinter dem Mega-Deal wirken auf den ersten Blick beeindruckend. Musks Anteil am Raumfahrtunternehmen wird auf rund 40 Prozent geschätzt. Bei der angestrebten Bewertung wären seine SpaceX-Aktien etwa 400 Milliarden Dollar wert. Doch die Relation zum tatsächlichen Geschäft gibt Anlass zur Skepsis: Reuters schätzt den Gewinn von SpaceX für 2025 auf acht Milliarden Dollar. Anleger würden beim IPO also das 125-Fache des Jahresgewinns zahlen – eine extreme Bewertung selbst für Technologiewerte.
Die Vorgeschichte zeigt, wie geschickt die Bewertung nach oben getrieben wurde. Bei einer privaten Anteilsplatzierung im Dezember 2025 wurde SpaceX bereits mit 800 Milliarden Dollar bewertet. Typisch für solche Transaktionen: Nur ein kleiner Prozentsatz der Anteile wechselt den Besitzer, der erzielte Preis wird dann auf den Gesamtwert hochgerechnet. Das Ergebnis: eine künstlich aufgeblähte Bewertung, die als Grundlage für den Börsengang dient.
Mars-Mission als Marketing-Instrument
Um die extreme Bewertung zu rechtfertigen, braucht es große Versprechen. SpaceX liefert gleich mehrere: Noch 2026 sollen die ersten unbemannten Raumfahrzeuge zum Mars starten. Sie sollen wichtige Daten für spätere bemannte Missionen sammeln. Sollte die Mars-Story nicht verfangen, wartet bereits die nächste Vision: solarbetriebene Rechenzentren im Weltraum, die den Energiehunger Künstlicher Intelligenz stillen sollen.
Die praktischen Herausforderungen dieser Weltraum-Rechenzentren bleiben dabei nebulös. Wie die Infrastruktur ins All kommt, wie Daten zur Erde gelangen und wie die Abwärme im Vakuum abtransportiert werden soll – all das sind ungeklärte Fragen. Doch für die IPO-Story reicht die Vision offenbar aus.
Das versteckte Sorgenkind xAI
Besonders brisant: SpaceX hat kurz vor dem geplanten Börsengang Musks KI-Unternehmen xAI übernommen. Der kombinierte Wert beider Firmen wird auf 1,25 Billionen Dollar geschätzt. Während SpaceX mit dem Satelliten-Internet Starlink profitabel arbeitet, sieht es bei xAI völlig anders aus. Das Unternehmen verbrennt Berichten zufolge monatlich fast eine Milliarde Dollar – ohne erkennbares Geschäftsmodell.
Die Konkurrenz im KI-Markt ist groß, ein tragfähiges Monetarisierungskonzept fehlt. Hinzu kommen juristische Probleme: Der xAI-Chatbot Grok geriet in die Kritik, weil er Frauen digital entkleidet. Anleger bekämen beim IPO also ein Paket aus einem profitablen Raumfahrtunternehmen und einer hochdefizitären KI-Firma mit Reputationsrisiken.
Schnelle Index-Aufnahme als Kurstreiber
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Zur AktienanalyseLaut Wall Street Journal haben SpaceX-Berater bereits Kontakt zu großen Indexanbietern aufgenommen. Ziel: Eine frühere Aufnahme in wichtige Indizes wie den S&P 500. Normalerweise beträgt die Wartezeit mehrere Monate. In dieser Zeit prüfen Indexanbieter die Liquidität der Aktien und beobachten das Handelsverhalten nach der sechsmonatigen Lock-up-Periode.
Eine schnelle Indexaufnahme hätte erhebliche Auswirkungen. ETFs und Indexfonds müssten SpaceX-Aktien kaufen – das würde den Kurs zusätzlich treiben. Mit einem Börsenwert von 1,25 Billionen Dollar würde SpaceX im S&P 500 auf Anhieb Rang neun belegen, zwischen Broadcom und Berkshire Hathaway. Frühe Investoren und Musk selbst könnten dann zu künstlich erhöhten Kursen aussteigen.
Für Privatanleger ergibt sich daraus eine klare Warnung: Der SpaceX-Börsengang folgt einem klassischen Muster, bei dem Gründer und Frühanleger profitieren, während Neuinvestoren überteuerte Aktien erwerben. Die Kombination aus extremer Bewertung, unklaren Zukunftsversprechen und dem versteckten xAI-Problem macht den IPO zu einem hochriskanten Investment – trotz aller SpaceX-Erfolge der Vergangenheit.


