SpaceX-IPO: Alles was Privatanleger jetzt wissen müssen
Am 12. Juni 2026 debütiert SpaceX an der Nasdaq – mit 135 Dollar Ausgabepreis und einer Bewertung von 1,8 Billionen Dollar.

Elon Musk will mit SpaceX nicht nur den Weltraum erobern, sondern auch die Börse. Am Freitag, den 12. Juni 2026, startet einer der größten Börsengänge der Geschichte – und diesmal können auch deutsche Privatanleger direkt dabei sein. Der Ausgabepreis liegt bei 135 Dollar je Aktie, die Zeichnungsfrist endet bereits am 11. Juni.
SpaceX wurde 2002 von Elon Musk gegründet und revolutionierte die Raumfahrtbranche durch die Entwicklung wiederverwendbarer Raketen. Im Herbst 2024 gelang ein historischer Meilenstein: Eine 70 Meter hohe Raketenstufe kehrte nach dem Start zum Startplatz zurück und wurde von den Fangarmen eines Versorgungsturms aufgefangen. Wiederverwendbare Raketen bedeuten für die gesamte Branche vor allem eines: deutlich geringere Kosten.
Darüber hinaus befördert SpaceX im Rahmen von Kooperationen regelmäßig Astronauten mit der Kapsel Dragon zur Internationalen Raumstation ISS. Zu den Partnern zählen die US-Raumfahrtbehörde NASA und die Europäische Weltraumorganisation ESA.
Starlink als wichtigste Einnahmequelle
Neben dem Raumfahrtgeschäft betreibt SpaceX das Satellitennetzwerk Starlink, das seit 2020 in den USA und seit 2023 weltweit Internetzugang anbietet. Starlink ist derzeit das Herzstück des Geschäftsmodells: Im ersten Quartal 2026 entfielen rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes auf den Satellitendienst. Die Zahl der Abonnenten hat sich in den vergangenen Jahren nahezu vervierfacht.
SpaceX treibt zudem Pläne für Rechenzentren im Weltall voran. Musk erklärte in einem auf seinem Netzwerk X veröffentlichten Video, dass „kein Magie nötig" sei – ein Großteil der Technologie stamme bereits aus der Entwicklung der Starlink-V3-Satelliten. Konkret sind KI-Satelliten geplant, die als Rechenknoten im Orbit fungieren, mit Sonnenenergie betrieben und durch Wärmeabstrahlung ins All gekühlt werden sollen. Der erste geplante KI-Satellit soll eine Spitzenleistung von rund 150 Kilowatt und eine Dauerrechenleistung von 120 Kilowatt liefern.
Ticker-Symbol, Ausgabepreis und Bewertung im Überblick
Die SpaceX-Aktie wird nach dem Börsengang unter dem Ticker-Symbol
SPCX
an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt. Auch weitere Handelsplätze sollen das Papier nach erfolgreichem IPO listen. SpaceX plant die Ausgabe von rund 555 Millionen Aktien zu je 135 Dollar – bis zu 30 Prozent davon sollen an Privatanleger gehen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters übersteigt die Nachfrage bereits jetzt das verfügbare Angebot deutlich.
Mit dem Börsengang strebt SpaceX an, 75 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt einzusammeln. Die angestrebte Gesamtbewertung liegt bei rund 1,8 Billionen Dollar – das entspricht dem rund 94-fachen des aktuellen Jahresumsatzes von 18,7 Milliarden Dollar. Viele Analysten warnen ausdrücklich vor dieser hohen Bewertung.
Verluste trotz starkem Umsatzwachstum
Die Finanzlage von SpaceX verdient besondere Aufmerksamkeit. Laut Bloomberg verzeichnete das Unternehmen im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 4,28 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 4,69 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch 528 Millionen Dollar betragen – bei einem Umsatz von rund 4 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr 2025 weist SpaceX einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar aus, nach 14 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Gleichzeitig drehte das Ergebnis von einem Gewinn von 791 Millionen Dollar im Jahr 2024 zu einem Verlust von 4,94 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Für Investoren stellt sich damit die entscheidende Frage, ob Musks Visionen eine Bewertung von bis zu rund 2 Billionen Dollar rechtfertigen.
Wie deutsche Anleger SpaceX-Aktien kaufen können
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Zur AktienanalyseNormalerweise ist die direkte Teilnahme an US-Börsengängen für europäische Privatanleger kaum möglich, da IPOs meist institutionellen Investoren oder Kunden großer Banken vorbehalten sind. Bei SpaceX ist das ausnahmsweise anders. Zahlreiche Broker und Investmentplattformen – darunter auch deutsche Anbieter wie ING, Commerzbank und Trade Republic – wurden als Vertriebspartner bestätigt und ermöglichen ihren Kunden die Zeichnung von SpaceX-Aktien.
Wichtig zu wissen: Elon Musk hält Anteile mit überproportionalem Stimmgewicht. Damit verbleiben 82 Prozent der Stimmrechte bei Musk – unabhängig davon, wie viele Privatanleger Aktien erwerben. Hauptversammlungen, kollektive Vetos oder ein Einfluss auf Managemententscheidungen sind für Anleger damit faktisch ausgeschlossen.
Mögliche Indexaufnahme als Kurstreiber
Für die weitere Kursentwicklung könnte eine schnelle Aufnahme in wichtige Börsenindizes entscheidend sein. Aufgrund geänderter Aufnahmeregeln könnte SpaceX zügig in den Nasdaq 100 einziehen. Auch eine ungewöhnlich rasche Aufnahme in die internationalen MSCI-Indizes gilt als möglich. MSCI-Chef Henry Fernandez erklärte gegenüber der „Welt am Sonntag", bei sehr großen Unternehmen mache man Ausnahmen – er rechnet mit einer Aufnahme innerhalb von zehn Tagen. Der Indexanbieter S&P hingegen hält an seinen strengen Aufnahmeregeln fest.
Eine Indexaufnahme würde automatisch zusätzliche Nachfrage durch passive Fonds erzeugen – denn Millionen von Anlegern weltweit sind über ETFs auf den MSCI World oder den Nasdaq 100 investiert. Rückt SpaceX in diese Indizes auf, müssen diese Fonds die Aktie zwingend kaufen.


