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SpaceX-IPO: China und Hongkong blockieren Zugang zu Börsengang-Unterlagen

Nutzer in China und Hongkong können weder die SpaceX-Website noch die Roadshow-Dokumente für den weltgrößten geplanten Börsengang aufrufen.

SpaceX-IPO: China und Hongkong blockieren Zugang zu Börsengang-Unterlagen

Die Website von SpaceX sowie die offiziellen Marketingunterlagen für den geplanten Börsengang (IPO) waren am Freitag in Hongkong und auf dem chinesischen Festland nicht zugänglich. Dies geht aus einer Überprüfung durch die Nachrichtenagentur Reuters hervor. Der Zugangsausfall droht die Beteiligung von Investoren aus diesen Regionen an einem der bedeutendsten Börsengänge der Geschichte zu erschweren.

SpaceX, das Raketen-, Satelliten- und KI-Unternehmen von Elon Musk, strebt mit seinem IPO eine Kapitalaufnahme von 75 Milliarden US-Dollar an – das weltweit höchste Volumen bei einem Börsengang. Die Transaktion würde das Unternehmen mit 1,75 Billionen US-Dollar bewerten und es damit sofort in die Riege der zehn wertvollsten an US-Börsen notierten Firmen katapultieren. Am Donnerstag startete SpaceX in New York mit den Marketing-Roadshows für potenzielle Investoren.

Die Roadshow-Unterlagen waren für Nutzer in den meisten wichtigen asiatischen Märkten zugänglich – mit Ausnahme des chinesischen Festlands und Hongkongs. Sowohl institutionelle als auch private Anleger nutzen solche IPO-Marketingunterlagen, um sich mit den geschäftlichen und finanziellen Details eines Börsenkandidaten vertraut zu machen und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.

Fehlercode 1009: Gezielte Sperrung wahrscheinlich

Bei Zugriffsversuchen auf die Unternehmenswebsite und die Marketingunterlagen wurde in China und Hongkong die Fehlermeldung „Error 1009" angezeigt. Der Web-Sicherheitsdienstleister Cloudflare erklärte, die häufigste Ursache für diesen Fehler sei, dass der Website-Besitzer den Zugriff für das Land oder die Region der entsprechenden IP-Adresse aktiv „gesperrt" habe. Eine solche Sperre sei in der Regel eine bewusste Entscheidung des Unternehmens selbst.

Francis Fong, Ehrenpräsident der Hong Kong Information Technology Federation, bestätigte diese Einschätzung. Er wies darauf hin, dass Nutzer in Hongkong zwar in den letzten Jahren vereinzelt keinen Zugriff auf Websites der US-Regierung hatten, solche Fälle bei großen Unternehmen jedoch selten seien. Reuters konnte zunächst nicht feststellen, warum und seit wann der Zugriff eingeschränkt war. SpaceX reagierte außerhalb der US-Geschäftszeiten nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Citigroup, eine der federführenden Banken, lehnte einen Kommentar ab. Sprecher von Bank of America, Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley antworteten ebenfalls nicht.

Rüstungsstatus und nationale Sicherheit als mögliche Hintergründe

Jeffery Chan, Managing Director bei Central Asset Investments in Hongkong, sieht den Status von SpaceX als Rüstungsunternehmen als möglichen Grund für die Zugriffsbeschränkungen. Er betonte zudem, dass chinesische Investoren normalerweise kein Zielmarkt für das Unternehmen seien. „Für lokale Privatanleger wird es unglaublich schwierig sein, eine direkte Zuteilung aus dem Orderbuch des Börsengangs zu erhalten. Bei regionalen institutionellen Fonds wird die Abwicklung wahrscheinlich über das Standard-Bookbuilding in den USA erfolgen", sagte Chan.

Der Hintergrund ist politisch brisant: Im Februar forderten zwei demokratische US-Senatoren das Pentagon auf, SpaceX umgehend zu überprüfen. Anlass waren Vorwürfe, wonach chinesische Investoren heimlich Anteile an dem in privater Hand befindlichen Raketenbauer erworben hätten – mit potenziellen Risiken für die nationale Sicherheit der USA.

Trotz dieser Spannungen ist Elon Musk in China ein bekannter Name. Der Erfolg seiner Tesla-Elektrofahrzeuge macht ihn dort zu einer der populärsten ausländischen Wirtschaftsfiguren. Neben den großen Wall-Street-Banken sind laut der Roadshow-Präsentation auch die japanische Mizuho und Macquarie Capital aus Australien an der Verwaltung des SpaceX-IPOs im asiatisch-pazifischen Raum beteiligt.

Historischer Börsengang mit globaler Strahlkraft

Der Börsengang von SpaceX hat weltweites Interesse geweckt. Sollte die Erstnotiz wie geplant verlaufen, wäre es das erste US-Marktdebüt mit einer Bewertung von mehr als einer Billion US-Dollar – ein historischer Meilenstein an den Kapitalmärkten. Die Einschränkungen für chinesische und Hongkonger Investoren werfen dabei ein Schlaglicht auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen, die selbst Kapitalmarkttransaktionen von globalem Ausmaß beeinflussen.

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