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SpaceX knüpft Musks Vergütung an Mars-Kolonie und Weltraum-Rechenzentren

Der SpaceX-Verwaltungsrat genehmigte ein Vergütungspaket für Elon Musk mit astronomischen Zielen – und löst damit Spannungen mit Tesla aus.

SpaceX knüpft Musks Vergütung an Mars-Kolonie und Weltraum-Rechenzentren

Der Verwaltungsrat von SpaceX hat einen Vergütungsplan für Gründer Elon Musk genehmigt, der Science-Fiction mit buchhalterischen Verpflichtungen verbindet. Wie aus einer vertraulichen Registrierungserklärung hervorgeht, die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und von Reuters eingesehen wurde, sind die Belohnungen an Ziele wie die Kolonialisierung des Mars und den Betrieb von Rechenzentren im Weltraum geknüpft. Das Paket wurde im Januar vom Verwaltungsrat genehmigt.

Im Kern des Plans stehen zwei Aktienzuteilungen in Form von stimmrechtsstarken Class-B-Restricted-Shares, die jeweils zehn Stimmen pro Class-A-Aktie gewähren. Diese werden in Tranchen unverfallbar, sobald der Unternehmenswert bestimmte Schwellen überschreitet. Erhält Musk keine einzige Aktie, wenn SpaceX die ehrgeizigen Bewertungsziele verfehlt – an einen spezifischen Zeitplan sind die Ziele nicht gebunden, lediglich an seine fortgesetzte Beschäftigung.

Die konkreten Ziele und Beträge

Die erste Zuteilung sieht Restricted Shares im Wert von 200 Millionen Dollar vor – allerdings nur, wenn SpaceX einen Marktwert von 7,5 Billionen US-Dollar erreicht und gleichzeitig eine dauerhafte menschliche Kolonie auf dem Mars mit mindestens einer Million Menschen errichtet. Zum Vergleich: SpaceX strebt laut Reuters einen Börsengang rund um Musks Geburtstag am 28. Juni an, der das Unternehmen mit etwa 1,75 Billionen US-Dollar bewerten könnte.

Die zweite Zuteilung umfasst bis zu 60,4 Millionen Dollar in Restricted Shares, die am 23. März zugeteilt werden sollen, falls SpaceX separate Bewertungsziele erreicht und Rechenzentren im Weltraum betreibt, die eine Rechenkapazität von mindestens 100 Terawatt bereitstellen. Diese Energiemenge entspricht 100.000 Gigawatt – oder etwa 100.000 gleichzeitig laufenden Ein-Gigawatt-Kernreaktoren. Zum Vergleich: Die gesamte installierte Stromerzeugungskapazität Deutschlands liegt bei rund 250 Gigawatt.

Abseits dieser neuen Pakete hält Musk zum 31. Dezember bereits 68,8 Millionen zuvor gewährte Class-B-Aktienoptionen mit einem Ausübungspreis von rund 42 Dollar, die im Jahr 2031 auslaufen. Sein nominelles Jahresgehalt bei SpaceX beträgt seit 2019 lediglich 54.080 Dollar. Laut Forbes-Schätzungen ist Musk bereits 776 Milliarden Dollar schwer.

Experten sehen beispielloses Vergütungsmodell

Eric Hoffmann, Experte für Vorstandsvergütung und Chief Data Officer beim Beratungsunternehmen Farient Advisors, erklärte, ihm sei nichts auch nur annähernd Vergleichbares bei Vergütungspaketen anderer Unternehmen bekannt. „Ich bin kein Physiker oder Astronom und wüsste nicht, wo ich anfangen sollte", sagte er. „Der Maßstab ist: Wurde es in der Menschheitsgeschichte schon einmal getan? Diese Dinge nicht. Das macht es schwierig."

Hoffmann wies zudem auf eine strukturelle Besonderheit hin: SpaceX und Tesla stehen nun faktisch im Wettbewerb um Musks Aufmerksamkeit. Der Tesla-Verwaltungsrat hatte erst im vergangenen Herbst argumentiert, Musk großzügig bezahlen zu müssen, um seinen Fokus auf den Autohersteller zu halten – Musk hatte sogar damit gedroht, Tesla zu verlassen, sollten die Aktionäre den Plan nicht genehmigen. „Das Interessante an dieser Situation ist, dass SpaceX und Tesla, die beide faktisch von Elon Musk kontrolliert werden, nun gegeneinander um seine Aufmerksamkeit bieten", so Hoffmann.

Spannungen zwischen SpaceX- und Tesla-Investoren

Auch Courtney Yu, Research Director beim Vergütungsdatenspezialisten Equilar, hebt hervor, dass die Ziele der Mars-Kolonialisierung und der Weltraum-Rechenzentren herausstechen. Er könne sich an kein anderes Unternehmen – außer Tesla – erinnern, das andere Kennzahlen als standardmäßige Finanzkennzahlen wie Gewinn oder Umsatz zur Festlegung der CEO-Vergütung heranzieht. Es liege letztlich an den Verwaltungsräten beider Unternehmen, Musks Zeit sinnvoll zu strukturieren.

Yu räumte ein, dass eine Marktkapitalisierung von 7,5 Billionen Dollar für SpaceX außergewöhnlich erscheine, betonte jedoch: „Es hilft dabei, Erwartungen für Investoren zu setzen, was die eigentlichen Ziele des Unternehmens sind." Laut der Registrierungserklärung hält Musk rund 20 Prozent der Tesla-Aktien. Abgesehen von SpaceX könnte er sein Vermögen mehr als verdoppeln, wenn er auch die separaten, ehrgeizigen Leistungsziele bei Tesla erreicht. SpaceX und Tesla reagierten nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.

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